04.05.2016

7. Rallye der Saison 2016, die 17. ADAC Fontane Rallye in Neuruppin

 

Hallo Motorsportbegeisterte, Unterstützer und Freunde von Spirit-Motorsport, unglaublich aber war….zum ersten Mal sind wir unter den ersten Zehn der Gesamtwertung gefahren! Dieses Ergebnis hatten wir uns eigentlich für 2017 gesteckt. Aber wie in jedem Bericht – der Reihe nach. Diese Rallye stand in der Planung nicht unter einem guten Stern. Der Veranstalter hatte bis zwei Tage vor dem Start noch keine TK´s und keinen Rennarzt. In unserem Team waren alle Crewmitglieder verplant…Hochzeit, Geburtstag und so weiter. Da unsere Pelze immer noch die höchste Priorität genießen und 6 Stunden allein im Wohnwagen keine Alternative darstellt, war damit die Fontane Rallye 2016 für uns nicht fahrbar. Aber wie Rallyesport so ist, nie aufgeben. Zum Glück erklärten sich Antje & Marco bereit den Part des Pelzbespaßer zu übernehmen und verbrachten einen sonnigen Rallyesamstag in Neuruppin mit uns.

Damit konnten wir am Freitagnachmittag gemütlich nach Neuruppin zuckeln und entspannt unser Biwak aufbauen. Vorab waren wir bereits am Mittwoch rüber gefahren um mit Jörg Litfin (Veranstalter) den Stellplatz für unseren Wohnwagen und der Stromversorgung zu klären. Als zweiter Grund war der Termin erforderlich um unser Arrangement als Sponsor der Rallye abzustimmen. Wir haben uns auf Bitten des Veranstalters finanziell an den Kosten beteiligt und hatten damit auf jedem Rallyeboliden einen top-massivhaus.de Aufkleber sowie eine Seite Werbung im Programmheft.

Resümee:

Tolle Rallye, spektakuläres Ergebnis und super Wetter. Eine Veranstaltung wie sie sein soll. Vielen Dank nochmals an Antje & Marco, die sichtlich auch ihren Spaß hatten und natürlich an Steffen, der den Roadrunner wie gewohnt super vorbereitet hatte. So sollte und muss Rallye sein!

Zu Pfingsten geht es wieder in das nichtdeutschsprachige Ausland, nach Bayern zur Baron von Aretin Rallye in Emmersdorf. Mit dieser Rallye haben wir noch eine Rechnung offen. Im letzten Jahr haben wir auf WP3 unseren 2. Gang im den bayrischen Hochwald „verloren“. Untermotorisiert und nur im 1. und 3. Gang unterwegs waren wir mehr als Chancenlos. Wir schau´n mal wie es in diesem Jahr läuft. Schön wäre ja mal ohne Regen!

 

Venceremos, Corina + Uwe

Beim zweiten Regrouping gingen wir nochmals unsere Strategie durch und schauten mal auf die Liveergebnisse. Booh Ey, Platz 11 Gesamt von 58 gestarteten Teams, spektakulär. Tolles Ergebnis. Aber wie man so ist: Wer ist denn auf Platz 10 und wie weit ist er weg? Und siehe da Torsten mit Daniel und ihrem gelben Golf III GTI auf Platz 10 und „nur 5 Sekunden“ weg. Mhhh….5 Sekunden auf dieser unglaublich kurzen Strecke (letzte WP 7), auf der man unter 3 Minuten unterwegs ist, heraus zu holen ist eigentlich nicht möglich.

Was soll´s, wir hatten nach unseren Ackerausflug mit dieser WP eh noch eine Rechnung offen. Also, rein in den Boliden, die Gurte festgeschnallt, das ALS rein, das ABS raus und mit Drehzahl vom Start weg. Was soll ich schreiben, eine perfekte und optimale Runde mit einer siebten Bestzeit aller Teams auf das Gesamtergebnis. Am Ende wurden wir belohnt und konnten Torsten mit nur 3 Zehntel auf den 11 Platz verweisen. Man, erstmals in den TOP-TEN, was für ein Ergebnis. Gekrönt wurde unser Anstrengung noch mit einem Pokal für den 2. Platz in der Klasse. Den 1. belegten, na wer ahnte es, ja klar, Andreas & Gernot mit ihrem gelben Subaru. Das gleiche Bild hatten wir bereits bei der letzten Fontane Rallye, nur das wir da auf der dritten Seite der Gesamtergebnisse standen.

Erstaunlicherweise häuften sich die Ausfälle bei diesen eigentlich leichten Streckenverhältnissen. Der Escort RS 2000 hinter uns mußte die Rallye bereits in der 1.WP mit einem Motorplatzer beenden. Genauso wie Robby mit seinem EVO vor uns. Hier war das vordere Diff geplatzt und Öl lief auf den heißen Auspuff. Damit war schnelles Handeln erforderlich um schlimmeres zu verhindern. Am spektakulärsten beendete Ken die Rallye. Auf einer schnellen Geraden die durch eine schmale Durchfahrt entschärft werden sollte und einer darauf folgenden rechts 4 Kurve haute er den Boliden in den parallel dazu laufenden Entwässerungsgraben. Damit schwamm das Krokodil auf dem Auto vermutlich erstmals in seiner gewohnten Umgebung. Aber Spaß bei Seite. Beiden ist zum Glück nichts passiert und so etwas wünscht man niemanden. Die entsprechende WP wurde annulliert und bei unserer langsamen Vorbeifahrt machten wir uns schon so ein paar Gedanken. Aber wir Rallyefahrer so sind, am Start der nächsten WP fährt man sowieso nicht mehr auf diesem Planeten. Als absoluten Höhepunkt schmiss dann ein Fahrlehrer seinen Boliden ansatzweise an der gleiche Stelle auch noch in den Graben.

Dann ging es endlich los. Wie bekannt, schöne lange Geraden die mit Betonplatten und Asphalt spannende Abwechslung boten. Die Abzweige waren meistens mit 90° auch immer spektakulär. Die Bremspunkte zu finden war wie immer die Herausforderung um Zeit klar zu machen. Wie Björn immer sagt: langsam rein und schnell raus! Wir fuhren also unsere WP´s kontinuierlich und rund ab. Von Sektion zu Sektion lief es besser. Der Roadrunner lief super, der neue Klang einem Boxer-Rallyeboliden endlich mal würdig und das abschaltbare ABS konnten wir gut bei den vorherrschenden Streckenverhältnissen einsetzen. Ein spektakulärer Verbremser auf WP 4 in einer 90° Kurve versaute uns unsere super Platzierung. Die damit verbundenen Pirouetten auf einem frisch bestellten Acker kosteten uns 15 Sekunden.

Am Samstagmorgen machten wir uns um 7.30 Uhr auf das Bordbuch zu holen und die bereits aus dem letzten Jahr bekannten Strecken abzufahren. Drei verschiedene Strecken die jeweils zweimal und eine dreimal gefahren werden, also 7 WP´s gesamt. Der Aufschrieb verlief routiniert und stressfrei ab. Wir waren innerhalb von 2,5 Stunden, gegen 10 Uhr wieder im Basiscamp. Unsere Startzeit war 12.14 Uhr und damit hatten wir noch ausreichend Zeit zu entspannen. Gegen 11 Uhr kamen dann Antje und Marco und übernahmen die beiden Pelze. Wie es immer so ist im Leben, erst skeptisch & vorurteilbelastet und wenn man sich mal mit dem betreffenden Thema befasst... alles nicht so schlimm. In diesem Fall sogar Spaß und Begeisterung pur. Alle Vier unternahmen lange Spaziergänge am schönen Ruppiner See und saßen gemeinsam bei Kaffee und Eis auf einer gemütlichen Restaurantterrasse in der Sonne. Wer hätte das gedacht. Hund müßte man sein! Mal schau´n ob die Beiden sich jetzt auch einen Pelz anschaffen. Der Stachel ist gesetzt!

Nach dem Aufbau und einem entspannten Käffchen machten wir uns auf zur Dokumentabnahme. Man traf wieder die üblichen Verdächtigen und tauschte ein paar Frontberichte von der letzten Roland Rallye aus. Der Veranstalter hat dieses Mal sogar 25 Minuten vor der offiziellen Zeit mit der Abnahme begonnen. Super! Danach ging es rüber zur technischen Abnahme. Wir hatten gehofft, das wir wie im letzten Jahr auf Sven als TK stoßen (kennt unsere beiden Boliden als technischer Support) und mit einem Shakehands die Abnahme besiegeln aber er hatte zwei Tage vorher abgesagt. Sehr unschön aber er wird seine Gründe gehabt haben. Er „besorgte“ aber noch einen Ersatz aus dem goldenen Westen für die Rallye. Der „Herr“ war sehr redselig und in der Zusammenfassung hält er uns alle für Betrüger! Ob der Turbo verplombt ist, ist egal, wir betrügen sowieso! ob wir mit Restriktor fahren ist egal, wir betrügen sowieso! die kopierten Zertifikate, sind alle nichts wert! und die Fahrersachen & Sicherheitssysteme werden eh nur alle untereinander getauscht und so weiter. Naja, er wird so die eine oder andere Erfahrung zu den Themen gemacht haben, aber Alle unter Generalverdacht zu stellen…? Sehr unschön. Der Höhepunkt war dann noch die Abschiedsveranstaltung bei der Abfahrt von der TA. Wir hatten am Roadrunner eine neue Abgasanlage verbaut. Mehr Durchmesser und mehr Sound. Erfahrungsgemäß schiebt man die Boliden in die Halle rein und wieder raus. Erstens aus Respekt gegenüber den TK´s und natürlich um unschönen Fragen aus dem Wege zu gehen. Also gesagt getan, wir haben uns daran gehalten. Als wir gerade abfahren wollten, schmiss er sich vor´s Auto und forderte mich auf Auszusteigen. Holte sein Schallmessgerät raus und meinte ich solle den Boliden auf 4.500 Umdrehungen bringen. OK, ich folgte dem und drehte auf 2.500. Reicht, reicht, reicht, brüllte der TK, 108 dB !! wie ich mir das so vorstelle und ob ich die AGA vor dem Start noch leiser bekomme. Ich schaute ihn ungläubig an und fragte ihn, wie er sich das Vorstelle wenn die ganzen EVO´s kommen? Will er diese alle Stilllegen und die Rallye wird dann nur von den zwei seriennahen G-Autos gefahren? Eh eine Antwort von ihm kam war er schon am nächsten Fahrzeug und wir schlichen im Standgas von dannen. Am Abend sprach ich noch mit mehreren anderen Teams und alle hatten Geschichten der dritten Art zu berichten. In der Zusammenfassung: Er hat viel geredet, belehrt und gedroht aber alles lief super!

Wir hatten uns dann vor Ort aber gegen die extra abgesperrt & reservierte Fläche direkt vor dem Rallyebüro entschieden. Der Lärmfaktor der Boliden und die Menschenmassen wären für ein entspanntes Wochenende dann doch zu viel. Genau gerade rüber fanden wir ein lauschiges Plätzchen auf dem Parkplatz des Job Center. Für alle die arbeitstätig sind, das ist das ehemalige Arbeitsamt. Soll wohl besser klingen, diese Anglizismen. Mit Blick in´s Grüne, einem Teich und Auslauf für die Pelze, einfach genial.

Nr. 17 SPIRIT – Motorsport erstmals in den TOP - TEN

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