06.04.2016

5. Rallye der Saison, die 53. ADMV Rallye Erzgebirge in Stollberg

 

Hallo Motorsportbegeisterte, Unterstützer und Freunde von Spirit-Motorsport,

 

am letzten Wochenende waren wir bei der Traditionsrallye überhaupt „Der Erze“ in Stollberg/Thüringen. Dieser Rallye geht ihr Ruf voraus. Jahrzehnte war diese im internationalen Rallyesport und in der Deutschen Meisterschaft angesiedelt. Das heißt, Streckenführungen vom aller Feinsten, strafe Organisation und tausende von Zuschauern an den Berghängen. Ab diesem Jahr wurde nicht mehr im großen Zirkus ausgeschrieben sondern man besann sich „Back to the Roots“ und veranstaltete eine R70. (früher Rallye 200) Großspurig wurde von selbsternannten Rallyeexperten das Ende der Rallye vorher gesagt. Aber man hatte auf das richtige Konzept gesetzt. Von vorher durchschnittlich 40 eingeschriebenen Teams waren dieses Jahr 120 Teams genannt. Ein riesen Erfolg für die Organisatoren und eine entsprechende Bestätigung. Wie immer haben wir uns auf die Streckenführungen und die Besonderheiten der Rallye vorbereitet. Dementsprechend reisten wir mit einem gehörigen Respekt an.

Wir trafen uns mit FK1 (Jana & Bernd) am Freitag an der Homebase und gegen 12 Uhr ging es mit drei Fahrzeugen, einem  Rallyeboliden und zwei Wohnwagen auf in Richtung Erzgebirge. Das Wetter war super und die Sonne schien.

SPIRIT – Motorsport bei DER ostdeutschen Traditionsrallye

Nach knapp 300 km erreichten wir gegen 15 Uhr unser Basiscamp. Dieses haben wir in einem Wald-Camping-Platz in Thalheim gebucht. Hier hatten wir Ruhe und vor allem einen Stromanschluss. Leider hatte es im Erzgebirge die Nacht zu vor geschneit und der Boden war matschig und nass. Naja, eben Camping!...ach so, und ein idyllischer Bergbach rauschte!

SPIRIT – Motorsport bei DER ostdeutschen Traditionsrallye

Nach dem Aufbauen und Einrichten sattelten wir den Roadrunner und machten uns zum nur 6 km entfernten Stollberg auf. Hier stand die Dokumentenabnahme und die technische Abnahme für den Abend auf dem Plan. Wir waren ca. um 17.30 Uhr am Rallye-HQ und die Traube an Teilnehmern war schon nicht mehr zu überblicken. Nach einer weiteren Stunde waren wir mit der Doku durch und rammelten zu Subaru-Nikolai, der die TA durchführte. Auch hier war eine beträchtliche Schlange aufgelaufen. Nach ca. 40 Minuten waren wir auch anstandslos bei der TA durch und machten uns zurück zum Basiscamp. Hier warteten die FK1 und die Pelze bereits mit einem kühlen Bier und einem angeheizten Grill auf die Rückkehr. So konnten wir kurz nach 20 Uhr unser erstes Steak auf den Grill schmeißen. Andere Teams hatten leider nicht so viel Glück und verbrachten die halbe Nacht mit den Abnahmen. Dazu muss man wissen, dass am Samstag-Morgen die Roadbookausgabe um 6 Uhr stattfindet….und aus dem Erlebten sollte man mindestens 20 Minuten früher dasein. Rallyefahren war noch nie etwas für Langschläfer oder Spätaufsteher !!

Die 3. WP wurde leider annuliert, da sich eine Vorausfahrzeug mit der Dreifachnull überschlagen hatte und die Strecke erst wieder beräumt werden mußte. Wir waren eigentlich nicht unbedingt traurig, dass gerade die Königswertung damit nur einmal gefahren werden mußte. Die WP´s 4 + 5 haben wir jeweils nochmals mit 4 und 6 Sekunden schneller abgeschlossen als die 1. & 2. WP, damit fundamentierten wir unseren 12. Platz in der Gesamtwertung. Mittlerweile war auch schon ein beträchtlicher Teil an Teilnehmern wegen technischen Defekten und Fahrfehlern ausgeschieden. Das Feld lichtete sich. Zum Schluss ging es dann noch auf die 6.WP Oberdorf. Wir fuhren diese WP nach unseren Möglichkeiten und kamen unbeschadet und vollständig am Ziel der Rallye an. In der Auswertung der gefahrenen Zeiten sieht man ein eindeutiges Ergebnis : Aspahlt ist mein Ding! Bei Schotter und losem Untergrund fehlt mir noch die Erfahrung und der Nagel im Kopf. Aber, wie die alten Rallyehasen immer sagen, alles eine Frage der Übung und Routine, dass wird schon noch.

Das zuletzt gefahrene Ergebis konnte sich trotzdem sehen lassen und wir verteidigten unseren Gesamtplatz 12 von 85 Startern. Ein unfassbares und unglaubliches Ergebnis. Damit waren wir in den Gesamtwertungslisten erstmals auf der Seite 1 zu finden und nicht irgendwo im Nirvana. Ich bin auch super Stolz auf CoCo. Dafür, dass Asphalt nicht wirklich ihr Ding ist, hat sie sich Durchgebissen und einen spitzen Job auf dem heißen Stuhl absolviert. Hut ab!

Nach einer ruhigen aber kurzen Nacht (um 4.45 Uhr klingelte der Wecker) ging es in voller Rallyemontur nach Stollberg zur Roadbookausgabe. Wie bereits richtig eingeschätzt wälzten sich die Massen in Richtung Rallye-HQ und wir konnten der Ersten richtig großen Ansteh-Welle vorzeitg ausweichen.

Nach Durchsicht des Roadbook war die Streckenführung und die WP´s klar. Zwei Start-Ziel-WP´s und ein Rundkurs. Erstaunlich waren die unglaublich langen Verbindungsetappen zwischen den WP´s. Alles in allem waren es weit über 220km, die zu absolvieren waren. Also, ein straffer Zeitplan der keine Zeit für die tolle Landschaft bot. Nach WP1/4 machte ich mir so meine Gedanken zur Erze. Auf der ersten Wertungsprüfung ging es durch das idyllische Bergdorf Bad Schlema. Auf Streckenführungen innerorts und in Wohnsiedlungen, wo normalerweise 30 oder max. 50 km/h gefahren wird, wurden von uns mit rechts 4 und links 5 aufgeschrieben. Also 140 – 160 im Ort – geil !

Nach diesem Mickey Mouse Kurs mit vielen kleinen Kehren, Abzweigen und Kreuzungen ging es zu WP 2/5. Hier wußten wir dann vorher die Erze ihren legendären Ruf hatte. Unglaublich, Land- & Bundestraßen, Ortsdurchfahrten und Betriebswege wurden als Rallyestrecke geadelt und verpassten dieser WP eine unglaubliche Schnelligkeit. In der Spitze bis zu 175 km/h waren dann doch schon mal Neuland. Es war aber wirklich eine der  schönsten Streckenführungen, die wir bisher kannten. Danach ging es dann zur berüchtigen Maraton-Prüfung Oberdorf. WP 3/6 brutal, sauschnell, ultra schmale Ortsdurchfahrten und ein beachtlicher Schotteranteil macht diese Prüfung zur Königsdisziplin dieser Rallye…und das sollte nicht nur unsere Einschätzung sein, sondern die Rallye holte sich ihren Tribut.

Im vorgegebenen Zeitrahmen waren wir vom Aufschrieb zurück und platzierten uns im Fahrerlager auf unseren Stellplatz. Neben uns standen Andreas+Gernot und Sven+Lydia. So konnten wir zur Strecke und zum Ablauf noch ein paar Details austauschen. Da wir dieses Mal nicht im SchotterCup fuhren, wurde nach geltenden DMSB-Recht gestartet und die Großen durften zu erst los.  Wir hatten die Startnummer 12 und starteten gegen 11.40 Uhr in Richtung Altmarkt in Stollberg. Dort war wieder ein Massenauflauf und Alfred hatte wieder unglaublich viele Stories zu jedem Team zu erzählen. In der Zwischenzeit hatten wir die Strecke für uns bewertet und die anderen Teams eingestuft. Man, hier waren aber auch ein paar klasse Fahrer am Start. Die ersten sieben waren mehrfache Deutsche Meister und einer sogar Vize EuropaMeister. Naja, wir stuften uns also bei 85Teams so bei  Platz 25–32 ein. Für mich wäre ein Platz unter den ersten 20 ein riesen Erfolg. Am Start von WP1 brannte Andreas mit seinem Subi ein unglaubliches Feuerwerk ab. Der Bolide war neu gemappt und konnte vor Power kaum fahren. Leider hatte er erneut Pech und auf der ersten Runde riss ihm die Radaufhängung inkl. Kugelkopfgelenk am rechten vorderen Rad ab. Damit war früh Feierabend. Für mich war nur wichtig, dass Sven + Lydia möglichst nicht im Rundkurs auf uns auflaufen und sie noch eventuell behindere. Also, Gang rein und ab ging die Elise.

Erstaunlicherweise lag mir der Rundkurs und in der zweiten Runde brannten wir mal eine unglaubliche Zeit in den Asphalt. Gesamt Platz 11 nach der 1.WP !?? Mhhh, hier kann doch was nicht stimmen, aber es war so. Und so ging es weiter. Nach WP2 Platz 12, war hier los?? Ich hatte zu diesem Zeitpunkt keinerlei Erklärung für dieses Ergebnis. Klar, wir waren schnell unterwegs, dass alles aber ohne Risiko, ohne brenzlige Situationen und vor allem mit einem ungemappten Roadrunner.

Überglücklich und voll ausgepowert fuhren wir zum Altmarkt von Stollberg auf dem mit Bürgermeister und Landrat der große Zieleinlauf der modernen Gladiatoren gefeiert wurde. Wie immer unterhielt Alfred die hunderten von Zuschauern mit Ergebnissen und Anekdoten der entsprechenden Teams. Als wir an der Reihe waren, sagte er folgendes:

„…und hier kommen in seinen Augen die wahren Gewinner dieser Rallye“ tja mit einem gesamt 12. hatte uns keiner auf seinem Zettel.  Von dort ging es in den Parc Ferme, von dem uns Bernd abholte. Zurück im Basiscamp mußten wir uns erst einmal sammeln und konnten dann unseren Erfolg wirklich fassen.

Am nächsten Morgen machten wir einen auf ruhig, Frühstückten gemütlich und bauten das Basiscamp wieder ab. Alles verladen und geschert, ging es gegen 10.30 Uhr wieder auf in Richtung Heimat.

Resümee: super, spitzen Rallye, die ihrem legendären Ruf gerecht wurde! Nächstes Jahr auf jeden Fall wieder. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an alle Beteilgten, Helfer und Unterstützer von Spirit, Danke!

Jetzt bereiten wir die blaue Elise für Nordhausen vor. In zwei Wochen startet die Roland-Rallye und wir holen uns neue Erfahrungen auf Schotter. Letztes Jahr war das eine der tollsten Veranstaltungen, wir sind gespannt.

 

Venceremos Corina + Uwe