28.04.2016

6. Rallye der Saison 2016, die 46. ADAC Roland Rallye in Nordhausen

 

Hallo Motorsportbegeisterte, Unterstützer und Freunde von Spirit-Motorsport,

am letzten Wochenende ging es mit versammelter Mannschaft in Richtung Südharz, nach Nordhausen. Aus der Erfahrung des letzten Jahres hatten wir die Rallye als eine der landschaftlich schönsten Strecken in Erinnerung. Die Streckenführungen gingen durch das hügelige Land auf unbefestigten Feldwegen…..aber wie immer der Reihe nach!

Am Freitag fuhren wir mit FK1 gegen Mittag nach Nordhausen. Die Anfahrt gestaltete sich problemlos und wir waren früh genug im Fahrerlager um uns noch eine geeignete Stelle für unser Basiscamp aussuchen zu können. Also platzierten wir unsere 4 Teamfahrzeuge, 2 Wohnwagen, die blaue Elise und den Trailer geschlossen und bauten das Vorzelt auf. Gegen 18.00 Uhr kam dann noch Steffen und das Team war vollzählig. Das Schöne an der Roland sind die kurzen Wege zwischen Fahrerlager, Dokuabnahme und technischer Abnahme, alles fußläufig!

Nach dem alles abgearbeitet, aufgebaut und abgehakt wurde, konnten wir uns ein, zwei Bier öffnen, bequem machen und ein tolles Steak auf den Grill hauen. Selbst Steffen konnten wir zu einem „Salat“ überreden.

Nr. 16 SPIRIT – Motorsport im Südharz

Nach dem Zieleinlauf, gegen 19.30 Uhr, waren wir echt froh wohlbehalten und mit schadensfreier Elise im Ziel zu sein. Die Strecke war unberechenbar, sehr schnell und mit den wechselnden Untergründen extrem anspruchsvoll. Wie bereits in der Erze und Wittenberg erfahren, Asphalt = gut, Schotter = üben! Von den eingeschriebenen 96 Teams sind nur 88 gestartet. 17 Teams erreichten nicht das Ziel. Wir haben einen guten 25. Platz in der Gesamtwertung und einen 5 Platz, von 7, in der Klassenwertung verbuchen können. Wir arbeiten uns langsam aber stetig nach vorne….so wie geplant!

Aus der Erfahrung der Erze waren wir ca. 30 Minuten vor der offiziellen Dokuabnahme vor Ort….und nicht die Ersten! Durch die Aufteilung der Startnummern waren wir bei den hohen Startnummern, wir hatten die Nr. 80, dann doch die Ersten am Tresen. Alles lief super, unsere Unterlagen waren vollständig und wir erhielten unsere „Tüte“ mit den Startnummern, Sponsorenaufklebern und den restlichen Unterlagen. (die beiden letzten Worte bitte merken)    

Damit ging´s zur TA. Steffen war schon vor Ort und hatte uns Platz 2 in der Reihe gesichert. Aufkleber rauf, Startnummern ran, Programmheft raus, Tüte leer…alles gut!

Die TK´s in Nordhausen haben ihren Ruf weg und machten auch dieses Jahr diesem Ruf alle Ehre. Mürrisch und mit mieser Laune erfolgte die Abnahme. Dank unserer Vorbereitung lief alles ohne Beanstandung und wir erhielten unser Pickel an der Scheibe. Ich fragte noch ob wir irgendwelche Unterlagen zurück bekommen…nein! Wann gibt es die Reifenkarte….morgen zum Start, mit der Reifenmarkierung! Okay, Boliden rausgeschoben und ab in´s Camp.

Die Zeit bis zum Start nutzt man, in dem man mit befreundeten Teams die Strecke und die Besonderheiten bespricht. Durch Zufall kam im Gespräch mit Torsten das Thema auf die Bordkarte.  Corina zuckte mit den Schultern und wir merkten, dass diese nicht in der „Tüte“ enthalten war. Alle Teams hatten Bordkarten, nur wir nicht! Man muss dazu wissen, dass wenn in einer Rallye die Bordkarte verloren geht, die Rallye beendet ist. Ohne Wenn und Aber. Diese Erkenntnis 10 Minuten vor dem Start braucht kein Mensch, also was tun? Corina hastete zum Rallyeleiter. Dieser war nicht da und störte dann einfach die erste konstituierende Sitzung der Rallye-Kommissare mit der Forderung nach einer „neuen Bordkarte“ Der Ausgang dieser Anfrage war offen…..!? War unsere Teilnahme an der Rallye vor dem Beginn schon bürokratisch beendet? Nach einer kurzen Erklärung und Darstellung der Lage erklärten sie sich zur Aushändigung einer neuen Karte bereit….Problem nur, sie hatten keine! Wieder nervöses Telefonieren, Rückfragen und Rumsuchen….die Zeit lief erbarmungslos weiter. Nach gefühlten 5.000 Telefonaten wurde bestätigt, dass aus einer „Tüte“ eines nicht antretenden Teams diese Karte entnommen werden darf. Wie ihr wisst, Deutsche und Dokumente ist so ein eigenes Thema. Also hatten wir kurz vor knapp die verdammte Karte!

Am Samstagmorgen war wie immer im Rallyesport frühes Aufstehen gefordert. Der Himmel war böse bedeckt aber es war trocken. Mit ca. -2° Grad war es empfindlich kalt geworden. Pünktlich ging es zur Bordbuchausgabe und ab auf die Strecke. Der Aufschrieb gestaltete sich relativ stressfrei. Durch die hohe Teilnehmerzahl von 107 Teams war die Strecke extrem voll und man konnte bei der zweiten Abfahrt nicht schneller um die Ecken knallen als Schrittgeschwindigkeit. Klar war jedenfalls, dass der Veranstalter das Streckenkonzept und die Einstufung der Rallye gravierend zum letzten Jahr geändert hatte. Die Vorjahresrallye führte noch mit mehr als 75% über Feld- & Wiesenwege. Nur das „Gehege“ war als Rundkurs in der Stadt Nordhausen als Asphalt ausgewiesen. Dieses Jahr waren die Verhältnisse fast umgekehrt. Der Asphaltanteil stieg auf über 60% und es wurden sehr lange Geraden abgesteckt die fast immer auf 90° Abzweigen endeten. Um das noch zu toppen, wechselte dann auch gleich immer noch der Belag von Asphalt auf Schotter und umgekehrt. Hier einen Bremspunkt zu finden und den geeigneten Gang zum Rumwuchten zu finden würde die Rallye entscheiden!

Zügig und pünktlich waren wir zurück im Fahrerlager. Steffen schaute nochmal über den Boliden und gab das Rennen frei. Von dort ging es dann in die Mitte von Nordhausen auf den Petersberg. Hier waren jetzt das Fahrerlager und das HQ des Rallyeveranstalters.

Um 13.14 Uhr ging es zum Start und ab ging die blaue Elise. Wie bereits schon beim Aufschrieb vermutet war es unmöglich die ersten zwei WP´s sauber zu fahren. Zweimal richtig verbremst und die Zeiten waren lausig. Der Stadtrundkurs „Gehege“ lief auf Asphalt mit den Schotterreifen in diesem Jahr sehr gut und wir machten wieder etwas Tabellenbodengut. Zum Regrouping auf dem Petersberg wurden wieder alle Teams zusammengesammelt und neu geordnet.  An dem gelichtet Neustarterfeld konnte man gut erkennen, dass die Strecke sich ihre Tribute bereits geholt hatte. Auf den einzelnen WP´s kam es immer wieder zu längeren Wartezeiten, weil Boliden geborgen und/oder umgefahrene Streckenbegrenzungen neu aufgebaut werden mussten.

Nach dem wir die Elise im Parc Fermés abgestellt hatten, holte uns unser Team ab und wir fuhren wieder  zurück in´s Basiscamp. Raus aus den Rallyeklamotten, Waschen und Umziehen…..und erst einmal ein Bier & ein Wein auf und anstoßen auf die geile Veranstaltung! Verdient ist verdient. Das Ergebnis war respektabel, wir haben nichts kaputt gemacht und die Erkenntnis, dass das ankommen bei einer Rallye immer wieder einer der wichtigsten Ereignisse ist, hatte sich erneut bestätigt.

Nach einer Nacht mit einem Schlaf wie ein Stein, zeigte sich das kalte Aprilwetter so richtig schlecht gelaunt. Innerhalb von wenigen Minuten war Nordhausen weg und das Schneetreiben extrem stark. Da konnte man das Frühstück noch genießen. Den danach folgenden Abbau des Basiscamp wurde mit diesem Wetter zur Challange.

Wir oder das Wetter !? Wir hatten aber Glück und der Wettergott meinte es gut mit uns, kein Schnee oder Regen mehr, dafür lausig kalt….OK wollen wir mal nicht meckern.

Gegen 11 Uhr hatten wir alles verstaut, verpackt und ab ging es auf die Rückreise. Da am Sonntag keine LKW´s auf den Autobahnen fahren, war die Rückreise stressfrei und ohne Vorkommnisse.

Resümee:

Nächste Jahr auf jeden Fall wieder. Tolle Landschaft, extrem anspruchsvolle Strecken und mit unserer Spirit-Crew immer wieder ein tolles Erlebnis!! Danke an Alle, es macht super Spass mit Euch.

Am Samstag, den 30.04.2016 geht es nach Neuruppin zur Fontane Rallye.                      

 

Venceremos, Corina + Uwe