Nr. 21   Spirit – Motorsport in Passau - Niederbayern

11. Rallye der Saison 2016, die 23. ADAC Paul Ostbayern Rallye in Passau

 

Hallo Motorsportbegeisterte, Unterstützer und Freunde von Spirit-Motorsport,

 

am letzten Wochenende ging es mal wieder in das nichtdeutschsprachige Ausland zum Buddeln in der Kiesgrube. 43 Teams, darunter Finnen, Österreicher und Polen, hatten sich im Rahmen des Schotter Cups bei der Ostbayern angemeldet. Im letzten Jahr war die Rallye eine harte Hitzeschlacht bei 38° im Schatten und eine sehr staubige Angelegenheit. Auch in diesem Jahr standen die Prognosen dafür nicht schlecht…..aber wie immer, der Reihe nach!

Als Kuriosum bei dieser Rallye ist jedes Jahr zu beachten, dass am Sonntag gefahren wird. Damit ging es für unsere Caravane erst am Samstagmorgen um 7 Uhr auf die Piste. Unsere Kolonne bestand dieses Mal aus zwei Fahrzeugen. Jana & Bernd, als FK1, übernahmen mit dem Landy und dem Wohnwagen die Spitze und Corina, die Pelze und ich zuckelten mit dem G und dem Roadrunner entspannt hinterher. Die Anreise gestaltete sich trotz der unendlichen 650km relativ entspannt und mit zwei Pausen und einem kurzen Stau (zwischen Regensburg und Deggendorf) erreichten wir nach pummeligen 9 Stunden das niederbayerische Passau an der deutsch-österreichischen Grenze.

Die gravierendste Änderung war die räumliche Verlagerung des HQ und vom Fahrerlager. Dieses wurde von der rustikalen Waldschenke auf den Betriebshof der MB-Truck-Werkstatt von der Firma Paul verlegt. Von der Infrastruktur eine gute Entscheidung. Damit waren die Dokuabnahme, die TA, der Trailerplatz und das Camp fußläufig auf einem Gelände vereint. Wir suchten uns ein lauschiges Plätzchen am Rande des Wahnsinns und bauten unser Basiscamp auf. Die Abnahmezeiten wurden mit 15 Uhr nach vorne verlegt und machte bei nur 43 Teams die Prozedur entspannt und übersichtlich. Bei der Dokuabnahme trafen wir Alfred (Veranstalter des Schotter Cups). Dieser erkundigte sich gleich nach unserem Grabfeldrallyegroßereignis und wie es uns gefallen hätte. Wie im vorherigen Bericht zusammen gefasst: eine spitzen Veranstaltung die perfekt organisiert ist, jeder Zeit wieder! Der Reaktion nach, hätte Alfred gerne etwas anderes gehört, aber es war nun einmal eine spitzen Rallye!

Dann ging es noch einmal rum um die Halle zur technischen Abnahme. Hier erwartete uns schon ein alter Verdächtiger, der junge TK vom letzten Jahr der seinen Job sehr, sehr ernst nimmt. Auf der einen Seite gut so und auch richtig, auf der anderen Seite aber auch immer etwas nervig. Es lief soweit alles gut und ohne Beanstandungen.

Nach erfolgreicher Abarbeitung der Pflichttermine ploppten Bernd & ich erst einmal ein paar gut gekühlte Bierchen auf, die Mädels gossen sich einen leckeren Roten ein und wir genossen das spektakuläre Sommerwetter in Bayern. Am Abend schmissen wir unseren Grill an und ließen es uns gut gehen.

Am nächsten Morgen (also Sonntag) ging es um 6.45 Uhr zur Abholung des Bordbuches ins HQ und dann pünktlich auf die Strecke zum Aufschrieb. Die Anfahrtswege waren aus dem letzten Jahr noch bekannt und so erreichten wir die Mega-Kiesgrube pünktlich. Zu beachten war, dass die WP´s 4 & 5 zuerst abgefahren werden und erst danach die WP´s 1 & 2. So war es auf der Abfahrtskarte vermerkt und so wurde es auch von den Streckenposten abgestempelt. Nach Fertigstellung des gesamten Aufschriebes wurde alles annulliert und alle mussten von vorne anfangen. Die Verantwortlichen hatten eine falsche Strecke ausgepfeilt!! Also, alles in die Tonne und alles von Neuem. So konnten wir ein paar Zusatzrunden in der Kiesgrube absolvieren. Danach ging es zur WP 3 & 6. Diese waren dieses Mal neu angelegt und dichter dran. Damit entfiel die ultralange Verbindungsetappe aus dem letzten Jahr. Die Streckenführung war nicht ohne. Die Hälfte über asphaltierte Landstraßen und der Rest über schnurgerade und ausgefahrene Feldwege mit bösen rutschigen schwarzen Boden…..und genau diese „Schotterpassage“ bestand nur aus Geraden mit 400 und 500 Meter Länge die jeweils auf 90°-Abzweigen endeten. Halleluja! Hier einen geeigneten Bremspunkt zu finden wird eine sportliche Herausforderung. Trotz der ärgerlichen Verzögerung waren wir zeitnah zurück im Basiscamp. FK1 und die Pelze warteten schon mit lecker Kaffee und Frühstück.

Gegen 11 Uhr holten wir unsere Startzeit….wie immer im SchotterCup starten die „Großen“ hinten. So hatten wir mit der Startnummer 37 von 43 eine ausgewiesene Startzeit um 12.39. (mehr als 1 Stunde nach dem 1.Starter) Diese Wartezeit ist immer eine der nervigsten Situationen, an die man sich wirklich nur schwer gewöhnen kann. Pünktlich und ohne Verzögerungen ging es dann los und wir absolvierten die ersten drei WP´s bis zum Regrouping ohne nennenswerte Verzögerungen und vor allem mit Null technischen Problemen. Auf den ersten beiden WP´s fielen bereits 8 Teams wegen technischer Defekte aus und Reifenwechsel entwickelten sich auf den Verbindungsetappen zum Volkssport. Wir fuhren mit den bewehrten Maxxis Victra und hatten sehr viel Spaß.

 

Nach dem Regrouping hatte sich die Ausfallzahl auf 12 Teams erhöht, was bei nur 43 Startern bedenklich viel war.

Auch einer unserer „Subarukollegen“, René Möller (blauer Subi) hat es erwischt. Ein TK hatte bei der Einfahrt zum Regrouping erkannt, dass er Öl verlor. Nach Darunterleuchten war das Ende der Rallye für ihn besiegelt. Beim Boxer ist konstruktiv der Ölfilter das tiefste Bauteil am Motor. Um diesen zu schützen werden die Unterfahrschutzbleche beim Subi genau auf dieses Bauteil ausgelegt. Leider hatte sich aber im Zwischenraum des Ölfilters zum Unterfahrschutz ein Stein verklemmt. Dieser hat jeden Aufprall 1:1 weitergegeben und ein Loch in das Filtergehäuse geschlagen….Shit Happens, ist eben Rallye.

 

 

Nach dem Regrouping hatte sich die Ausfallzahl auf 12 Teams erhöht, was bei nur 43 Startern bedenklich viel war.

Auch einer unserer „Subarukollegen“, René Möller (blauer Subi) hat es erwischt. Ein TK hatte bei der Einfahrt zum Regrouping erkannt, dass er Öl verlor. Nach Die zweite Etappe verlief für uns noch besser als der erste Umlauf und so konnten wir uns von WP zu WP merklich verbessern. Das Wetter (trocken bei 25°) und der Roadrunner hielten, die WP´s wurden sekundengenau abgespult und so genossen wir die Rallye ohne die notwendige Anspannung und Konzentration zu verlieren.

 

 

Wenn sich der interessierte Leser dieser Rallyeberichte schon einmal gefragt hat, was macht eigentlich die Crew, wenn das Team mit dem Nagel im Kopf durch die Gegend heizt…hier mal ein paar aussagekräftige Fotos zum Thema:

 

 

Hiermit nochmals und immer wieder unseren herzlichen Dank an alle im Bericht erwähnten und vor allem an alle nicht im Bericht genannten Helfer, Unterstützer und Förderer von Spirit-Motorsport!! Ohne Euren Einsatz und Arrangement könnten wir diesen logistischen Kraftakt nicht stemmen. Danke !!_____Rallye = Teamsport______

Durch die wirklich gute und straffe Organisation der Rallye fuhren wir bereits gegen 16.30 Uhr durch das Ziel von WP 6 und waren überglücklich das alles ganz geblieben ist. Am Ende reichte unsere Leistung für einen respektablen 15. Platz in der Gesamtwertung und einem sensationellen 2. Platz in der Klasse CTC28…..und das auf Schotter! Das lässt mich ja so langsam auch ein wenig hoffen. Leider nehmen die Bayern das Drumherum wie WP7 als Afterrallyeparty, Programmhefte, Aufkleber und eine ordentliche Anzahl an Pokale nicht so ernst und so war die Rallye gegen 18 Uhr schon komplett abgehakt und vom Hof.

 

 

Traditionell ploppten wir erst einmal ein paar Bier auf und erzählten FK1 von den gruseligen und brutalen Erlebnissen auf dem Schlachtfeld der Ehre. Bildlich belegten wir das gleich mit den überspielten Onboardvideos. Tolle Erfindung. Nach dem wir uns akklimatisiert, gewaschen und umgezogen hatten, bereiteten wir wie immer einen super Eintopf zu. Dieses Mal war Hühnersuppe mit reichlich Einlage auf dem Speiseplan gewünscht worden. Eine super Entscheidung und sau lecker!

 

 

Am Montagmorgen wurden wir dann um 6.30 Uhr von den eintreffenden Mitarbeitern der Firma Paul geweckt. Unser Basiscamp stand auf dem Mitarbeiterparkplatz. Innerhalb von einer Stunde stopften sie 50 Autos auf den Platz und wir mussten mit der MB-Chefetage die notwendigen Abbau- & Rangierflächen für unsere Abreise organisieren. Die Rückreise war noch entspannter als am Samstag. Die Autobahnen waren leer, die Baustellen stellten keine  unüberwindbaren Hindernisse dar und der Kilometerzähler gab sich echt Mühe. Mit gewohnt zwei Pausen konnten wir unseren Mittagsappetit stillen und gegen 17 Uhr trafen wir alle in der Homebase ein. Abhängen, ausladen und ab nach Hause….man was für ein Ritt, was für eine Rallye!

 

Diese Rallye hat für uns Brandenburger ein wirklich unwirtschaftliches Gesamtkonzept. Mehr als 1.300 km Hin- & Rückfahrt für 31 Wertungskilometer und noch einen Montag als Urlaubstag !? Dazu eine materialmordende Streckenführung und unkalkulierbare Wetterverhältnisse.

Trotzdem werden wir auch im nächsten Jahr wieder den Wahnsinn abspulen, da das rumheizen in der Kiesgrube nicht nur Spass macht, sondern durch die unvergleichliche Streckenbeschaffenheit auch einen sehr hohen Trainings- und Erfahrungswert hat. Man kann es mal krachen lassen, man kann mal übertreiben und die Grenzen ausloten, ohne das gleich etwas passiert….und wo kann man das, außer in einer Kiesgrube.

Jetzt haben wir erst einmal 5 Wochen Sommerpause und dann geht es zur Wedemark-Rallye nach Hannover. Hoffentlich ist bis dahin die blaue Elise wieder Einsatzbereit. Genannt haben wir mit dem blauen Subi….die Hoffnung stirbt zum Schluss!

 

 

 

Venceremos, Corina + Uwe