Nr. 29 Spirit – in Deutschland ganz oben……..

05.05.2017

3. Rallye der Saison 2017, die ADAC Cimbern Rallye in Süderbrarup

 

Hallo Motorsportbegeisterte, Unterstützer und Freunde von Spirit-Motorsport,

 

vom 14.04. – 16.04.2017 waren wir an der dänischen Grenze, bei unserer ersten Auslandsrallye!! Zur Geschichte:

Im Norden, kurz vor Flensburg, wurde schon in grauer Urzeit die legendäre Wikingerrallye ausgetragen. Diese war durch die selektive Streckenführung, den geographischen Anforderungen und den extremen Wetterbedingungen schon immer Kult. Traditionell bestand das Starterfeld schon immer aus einer Überzahl von dänischen Topfahren. Beim DMSB war die Wikingerrallye auch immer als Nat.A eingestuft und in der Deutschen Rallyemeisterschaft, sowie der Rallye Masters gelistet. Somit waren auch immer die deutschen TOP-Fahrer am Start. Bis eines Tages der Hauptsponsor weg und die Wikingerrallye Geschichte war……….aber wie immer der Reihe nach!

Als erstes eine Frage an das interessierte Fachpublikum mit versiertem Wissen im Bereich Fußball: Was sagt Euch die Ortschaft Süderbrarup? Mmhhhh………is ja man schwach! Okay, geht die Frage weiter an die Comicfraktion: Was sagt Euch das legendäre Fußballspiel Holzbein Kiel gegen Süderbrarup……..Ja genau, auf Euch ist verlass! Das ist das Kultspiel aus Werner Beinhart. Werner als Kommentator am Gaubenfenster und er feuert einen Fußball auf einen belebten Wochenmarkt. Die daraus entstanden Slapstickeinlagen sind in die Geschichte eingegangen und bisher nicht zu toppen gewesen. Ja und das war in Süderbrarub und wir waren dort zur Rallye.

Mit dem Slogan der Rallye“ in Deutschland ganz oben….“ war klar, dass die Anreise etwas länger dauern würde. Noch dazu war Ostern. So ritten wir am Carfreitag bereits um 9 Uhr vom Hof. Unsere Crew bestand bei dieser Rallye aus der FK1, CoCo und natürlich den Pelzen. Steffen hat Ostern mal verdienterweise auf Familie gemacht.

Je näher wir der Küste kamen umso ungemütlicher wurde das Wetter. Sturm, Orkan, Regen, Schnee mal einzeln mal zusammen. Na Klasse und das zu Ostern mit Camping und Rallye. Als wir unsere Kriegsmarine in Eckernförde passierten, besserte sich auch das Wetter und die Sonne kam raus. Das Ziel war nah und Hoffnung keimte auf. Wir hatten unser Basecamp auf einem nahegelegenen Campingplatz direkt an der Schlei gebucht. Wir waren pünktlich zu 14 Uhr am Schlagbaum. Am Einlass neutralisierte uns ein Schild : Mittagsruhe zwischen 12 – 15 Uhr und kein Einlass! Boohh ey, schlimmer als in Preussen! Da wir mit unseren drei Gespannen den kompletten Ferienverkehr von Norddeutschland lahm legten, zeigte sich ein Dauercamper hilfsbereit und lies uns eigenmächtig auf das Gelände. Nach einem Telefonat mit dem Betreiber und der verwunderten Nachfrage „ob wir wirklich schon auf dem Gelände wären?“ wurde uns ein Stellplatz zugewiesen. Wir ahnten bereits schlimmes. Kurz zur Lagebeschreibung: Der Campingplatz liegt an einer Anhöhe und ist in mehreren Terrassen bis hin zu einer Bergkuppe aufgeteilt. Jeder Quadratzentimeterplatz ist bereits zu Ostern mit Dauercamper belegt. Bei der Anfahrt sah der Campingplatz aus wie ein Felsen im Atlantik, der mit tausenden von Möwen belegt ist. Wo wollen die da unsere Anzahl von Fahrzeugen, Hängern und Leuten unterbringen? Je höher wir kamen umso dünner wurde die Dauercamperanzahl, bis zur Bergspitze (Erzgebirgler bitte nicht Lachen) war dann wirklich eine komplette Obstwiese als Stellplatz für uns reserviert. Spitzenmäßig viel Platz und super Aussicht. Links und rechts wurden wir schon beäugt und man wunderte sich nicht schlecht, was ein Rallyeteam auf einem Campingplatz verloren hatte. Als erste Amtshandlung sprangen wir erst einmal aus unsere Fahrzeuge und schoben ohne zu fragen einen Rallyekollegen aus Dänemark mit seinem Megawohnmobil aus den Schlamm. Diese hatte sich gerade dabei gemacht sich einzugraben. Als er weg war, wurde unser Stellplatz noch größer. Also, alles raus und aufgebaut. Pünktlich zum Aufbau begann es zu regnen und wie wild zu stürmen. Man Du…., für die Küste musst Du aber auch geboren worden sein!

Mit preußischer Disziplin trotzten wir dem norddeutschen Shitwetter und bauten das Basiscamp sturmsicher auf. Es blieb dann noch eine halbe Stunde Zeit für ein erstes sammeln und für´s erste Käffchen. Langsam wich die Anspannung und wir waren zufrieden angekommen.  Um 16.30 Uhr machten wir uns dann auf nach Südabrarup  zur Doku & TA. Der Marktplatz war bereits mit unzähligen Teams belegt und wir hatten noch gute 20 Minuten bis zum Beginn. Da wir aber bei einer dänischen Rallye antraten, lief hier alles etwas anders als in Deutschland. Das sollten wir während der Rallye auch noch merken. Vollkommen entspannt und gut gelaunt konnten wir „selbstverständlich“ schon die Dokumentenabnahme durchführen. Eine einzelne Vereinsfrau machte konzentriert und gewissen die Durchsicht der Unterlagen, holte die Unterschriften, gab uns die Unterlagen und schon waren wir innerhalb von 10 Minuten wieder raus. Erstaunlich war auch, dass wir zu dieser Abnahme auch das Roadbook mit bekamen. So konnten wir am Samstagmorgen entspannt für uns entscheiden, wann und von wo es für uns losginge.

Auch mal eine tolle Variante, die wir noch nicht kannten. Gleich um´s Eck war die Technische Abnahme bei der freiwilligen Feuerwehr. Streng getrennt zwischen dänischen und deutschen Teams. Die Abnahme war sehr umfangreich und die TK´s waren mit dem KFP und sonstigen Vorschriften absolut fit. Es war ein sehr angenehmer und auch wieder lehrreicher Termin. Unser Picker´l hatten wir nach erfolgreicher Abarbeitung der Abnahmepunkte innerhalb weiterer 15 Minuten auf dem Boliden und ab ging die Rückreise zum Basiscamp. Bernd hatte sich gerademal 1 Minute hingesetzt und die Pelze hatten noch nicht einmal realisiert, dass wir nicht mehr da waren, da waren wir auch schon wieder. So muss das sein! Bub…..Bub und Bub zurück, so lieben wir das. Somit hatten wir genug Zeit bei norddeutschen Shitwetter das erste Bier aufzuploppen, den Grill anzuschmeißen und ein wenig zu chillen. Mit untergehender „Sonne“ legte sich auch der Sturm ein wenig und es wurde erträglicher. Wir genossen unsere Grillspezialitäten, das eine und andere Bier und Glas Wein und machten zeitig Feierabend. Die Rallye hatte ja immerhin den Ruf, nicht gerade über den Ponnyhof zu führen.

Am Samstagmorgen klingelte um 6 Uhr der Wecker, entspanntes Wachwerden, frischen leckeren Kaffee und ab zum Aufschrieb (Recce). Das Roadbook war gut gemacht, etwas ungewohnt aber präzise. Die WP1/4 lag gleich um die Ecke und war innerhalb von 6 Minuten erreicht. OK, Konzentration, Block raus, Terratrip auf Null und ab………….Au, verdammt, das konnte doch nicht wahr sein…..was war das denn für eine Streckenführung? Aus YouTube kannten wir die Streckenführungen und die geographischen Verhältnisse, was wir nicht wussten, dass mit dieser Rallye eine komplett neue Streckenführung realisiert wurde. Kein Meter glich mehr der traditionellen Wikingerrallye. Wie kann man es am besten beschreiben? OK, wir befinden uns in einem unglaublich hügligen Landabschnitt, der durch extensive Landwirtschaftsnutzung geprägt ist. Aktuell bestellten die Bauern ihre Felder….genau das ist das entscheidende Detail. Die Streckenführung ging über schmale asphaltierte Betriebswege, die mit Schlamm, Splitt, Pfützen und Dreck übersät waren. Jede einzelne Kurve war eine Herausforderung der besonderen Art und davon gab es unzählige. In den meisten Abschnitten, der jeweils zwischen 12 – 14 km langen WP´s, ging es nur in…in…in…ohne Meterzahlangaben. Dazu kamen unzählige Kuppen, die ohne Überschaubarkeit in eigenständige Kurvenkombinationen führte. So schrieben wir unzählige Seiten voll und versuchten das Wort „rutschig“, „schmierig“ & Achtung nicht zu überstrapazieren. Nach dem Aufschrieb war mir klar, wer hier auf TOP5 fährt hat keine Chance und fliegt wohl oder übel raus……..und es sollte noch schlimmer kommen als angenommen.

Leider lag dann die WP2/5 weiter weg und die Verbindungsetappe war relativ lang. Dazu kam eine Besonderheit der Rallye, hier wurden nicht max. 70 Wertungskilometer gefahren, sondern 82km. Das alles zusammen brauchte seine Zeit im Aufschrieb und so waren wir recht spät wieder m Basiscamp. Kurz ein paar Schrippen (so heißen in Berlin die Brötchen) eingeworfen, den Aufschrieb bunt gemacht und ab ging´s es auch wieder zur Fahrerbesprechung und zum Start in Süderbrarup.

Um 12.01 Uhr erfolgte der offizielle Start und wir gingen 12.46 Uhr in´s Rennen. Mit mehr als 80 Teams eine stark besetzte Rallye. Absolut erstaunlich und für uns neu war, die Dänen spielten irgendwie in einer anderen Liga mit „ihrem Rallyesport“. Hier wurden Boliden an den Start gebracht, die normalerweise in der WRC oder ERC fahren. Selbst die kleineren Klassen glänzten nur durch neue und sehr gepflegte Marken. Jedes einzelne Fahrzeug war auf einem technisch unglaublichen Niveau. Alle Teams, bis hin zum kleinsten, hatten strikte Teambekleidungen. Ein tolles Gesamtbild für die Rallye, sehr professionell. Damit war aber klar, dass wir mit dem Roadrunner in keinster Weise kompetitiv waren. Zielsetzung war also unsere Startnummer 50 irgendwie in diesem sagenhaften Starterfeld zu verteidigen. Ein weiteres Novum für uns war, die strickte Festlegung, dass die Teams auf den Verbindungsetappen die Helme abzusetzen haben!! Ooh…das war für uns bisher immer ein Graus, mit Hektik am Start der nächsten WP nur weil ein Verschluß klemmt oder wir Verzug  zwischen einer Verbindungsetappe hatten, wollten wir eigentlich nichts zu tun haben. Aber was soll´s, wir haben es in dieser Rallye mal zwangsweise durchgezogen….und siehe da, es geht! Als wir kurz vor der WP1 ankamen, kamen uns Startnummern entgegen die eigentlich noch nicht durch sein konnten. Komisch! So bogen wir von der Bundesstraße in den Feldweg und wurden

gleich von einem Steckenposten abgefangen. Schwerer Unfall mit komplizierter Bergung und Helikoptereinsatz!! Die WP wurde abgebrochen, ab zur WP 2. Na Klasse, noch nicht ein Meter gefahren und schon solche Schockinfo´s.  

Auf WP2 ging das Fiasko weiter, genau in dem Moment, als die Uhr bei uns runterzählt, Startabbruch, Team verunglückt, Strecke gesperrt. Man, dass die Strecke bisher unsere anspruchsvollste und technisch schwierigste Rallye werden wird, war mir nach dem Aufschrieb schon klar. Selbst mit meiner Vorahnung über die ersten 10 Crack´s lag ich bisher richtig….aber so! Das muss nicht sein. Hier läuft etwas schief. Das Wetter wurde zu dem immer unberechenbarer und zwischenzeitlich hatte es sogar geschneit. Mit weiterer Verspätung absolvierten wir also die WP2, für uns als erste WP des Tages. Wir kamen gut durch, unser Aufschrieb passte perfekt und der Roadrunner machte was er sollte. So ging es zur WP3 / Rundkurs….geil, mein Ding! Der Rundkurs war extrem lang und hatte einen mörderischen Schotteranteil in der Streckenführung. Alles in allem, gut durchgeheizt und eine gute Performance gezeigt. Gibt ein paar schöne Videosequenzen von uns auf der Strecke. So erreichten wir gesund und ohne Schäden das Regrouping und machten einen kurzen Service. Bernd war mit dem Landy bereits vor Ort und hatte alles spitzenmäßig vorbereitet. Nach kurzer Übersichtsverschaffung im Servicepark war die Ernüchterung groß, ein Großteil der Spitzenteam´s waren bereits ausgefallen. Die beste Nachricht war aber, dass dem Team vom Unfall auf WP1 nichts passiert war und der Helieinsatz nur als Vorsichtsmaßnahme vorgenommen wurde. Alle anderen die wir verunfallt am Streckenrand und teilweise auf der Strecke gesehen haben, waren gleichfalls alle unverletzt. Die Boliden waren zum Teil kompletter Kernschrott. So etwas hatten wir bei einer Deutschen Rallye noch nicht gesehen. Unglaublich! Dazu muß man noch sagen, dass das alles Privatteams waren, die mit Boliden in einer Preisklasse von 200.- 400.000,- € unterwegs waren. Die haben die Dinger in die Landschaft gefeuert wie Coladosen.

Mit Einfahrt zum Servicepark waren wir auf einem unglaublichen 20. Gesamtplatz gefahren.

Nach ca. 45 Minuten Servicezeit ging es zur 2. Sektion zurück auf die Strecke. Wir begannen mit der WP4, die ja als WP1 abgebrochen wurde. Die Strecke lag uns gut und wir brannten eine super Zeit in den norddeutschen Bauernasphalt. So ging es dann zügig zur nächsten WP und weiter zur letzten, den Rundkurs als WP6. Schön war, dass alle Teams jetzt die Streckenverhältnisse richtig einschätzten, ihren Fahrstil entsprechend anpassten und Verzögerung so gut wie nicht mehr auftraten. Wir flitzten also um den Rundkurs, holten sogar noch ein Team fast ein und beendeten glücklich & vor allem Stolz die Rallye Cimbern. Stolz!?...Ja, für uns war jedes Team das nach dieser Rallye die Zielfahne gesehen hat bereits ein Sieger.

Wir erreichten den Parc Fermés mit Vorzeit und stellten den Roadrunner mit seinen anderen Kumpels auf einem großen Supermarktparkplatz ab. Bernd hatte bereits das Landy-Taxi aktiviert und so ging es in einer 20 minütigen Rückreise in´s Basiscamp. Also genug Zeit um das erlebte etwas zu verarbeiten. Bei der Durchsicht der laufenden Zeitauswertung staunten wir nicht schlecht, als die WP6 aus welchen Gründen auch immer, einfach annulliert wurde. Jetzt wurden seitenweise für irgendwelche Teams Referenzzeiten aktualisiert und wir waren Ruckzuck auf den 32. Platz. Wie auch immer, wir waren gesund und mit kompletten Roadrunner aus dieser Rallye heraus gekommen. Als Trainingseinheit, für uns als Team, war diese Rallye durch nichts zu ersetzen. Corina hat unter diesen extremen Verhältnissen einen spitzenmäßigen Job gemacht. Wir mussten nach jeder WP unsere Taktik anpassen und/oder ändern. Teilweise waren bei den gefahrenen Geschwindigkeiten und den unzähligen MickeyMouseKurven die Ansagen bereits bis auf drei vorauslaufende Kurven notwendig. Das machte es für mich extrem schwer den aktuellen Istzustand im Griff zu behalten und für CoCo  die Gesamtübersicht zu behalten wo wir gerade waren, sind und gleich sein werden.

Zurück im Basicamp ploppten wir erst einmal ein paar Bierchen auf (ostergerechtes Hasenbräu) gossen ein paar Gläser Wein ein und stießen auf die Cimbern 2017 an. Was für eine Rallye!? 60 dänische Teams und 19 deutsche Teams waren angetreten, nur 49 Teams erreichten den Parc Fermés…..und das bei einer Asphaltrallye.

Nach dem wir uns akklimatisiert und umgezogen hatten, gab es den traditionellen Spirit-Eintopf mit Grillgut. Nach einem solchen Tag immer wieder eine spitzenmäßige kulinarische Spezialität….echt lecker! Nach Durchsicht der aktuellen und damit offiziellen Tabelle war klar, dass unsere Platzierung blieb wie ausgewiesen. Warum nur wurde die WP6 annulliert obwohl mehr als 2/3 des gesamten Starterfeldes gefahren sein muss!? Um 20 Uhr sattelten wir den G und den Trailer und machten uns auf den Weg zum Parc Fermés um den Roadrunner zurück zu holen. Um eventuell nochmals Klarheit zur Gesamtwertung zu erhalten, suchten wir noch den Veranstaltungsort für die Siegerehrung auf. Hier scheiterte der Versuch einen Verantwortlichen zu finden oder gar eine Antwort zu erhalten. Einen Aushang der offiziellen Gesamtwertung gab es auch nicht, die einzige Liste hatte der Sprecher, vorne auf der Bühne. Wir griffen uns einen dänischen Offiziellen und schilderten ihm unser Anliegen. Er bemühte sich sichtlich, mußte aber am Ende auch passen. Dänischer Veranstalter = dänische Regeln. So schlichen wir von dannen, luden den Boliden auf und machten uns auf den Rückweg….ja und klar, genau zum Aufladen ging die Welt erneut unter, orkanartige Stürme mit waagerechten Regen, Norddeutschland legte sich mächtig in´s Zeug um alle Klischee´s auch wirklich zu erfüllen.

Am Sonntagmorgen regnete es noch immer in Strömen und verlegten das leckere Frühstück in unseren gemütlichen Wohnwagen. Bei legendären Nordwetter bauten wir das Lager ab, verstauten die platschnassen Utensilien und stellten unseren Tross für die Rückreise zusammen. Gegen 11 Uhr fuhren wir dann vom Campingplatz in Richtung Heimat. Der Rückreiseverkehr war praktisch nicht vorhanden und so spulten wir Kilometer um Kilometer ab. Zwischen durch machten wir auf Höhe von Schwerin eine Pause auf einem Autohof. Dort erzeugten wir einen wahren Massenauflauf mit unserem Tross. Nach dem Motto „Der Zirkus ist in der Stadt“ wurden wir von den verschiedensten Leuten angesprochen und wir mußten detailgetreu von der deutschen Rallyeszene berichten. Als letztes wuchtete sich noch ein Rallyecross-Team aus seinem Auto und wir tauschten Anekdoten aus zwei unterschiedlichen Rallyekonzepten aus, am Ende war die Erkenntnis, es geht immer nur um Geld ! Dort wie bei uns!

Resümee:

Eine tolle Erfahrung, sehr viel gelernt und vor allem mit Freunden ein tolles Osterwochenende an der Ostsee kurz vor der dänischen Grenze verlebt.  

Die Frage, ob wir die Cimbern nächstes Jahr wieder im Kalender haben werden, können wir heute noch nicht beantworten. Zurzeit bin ich nur zufrieden, dass wir trotzdem super abgeschnitten haben und auf eigener Achse in´s Parc Fermés gerollt sind. Als erste Rallye im „Ausland“ wird uns die Cimbern für immer in Erinnerung bleiben.

Am nächsten Wochenende geht zur Heimveranstaltung, nach Neuruppin, zur Fontane Rallye. Hier wird wieder in gewohnter Rallyefamilie mit den üblichen Verdächtigen an den Start gegangen. Wir freuen uns schon!      

Venceremos, Corina + Uwe  

P.S. noch ein kleiner Nachtrag zur Annullierung der WP6 unter der Rubrik, es gibt nichts, was es nicht gibt!

Wie bereits im Vorfeld geschildert, sind wir davon ausgegangen, dass fast alle Boliden die letzte WP gefahren haben und ansonsten die 2.Sektion relativ geordnet ablief. Die Praxis sah wohl etwas anders aus.

Genau nach unserer letzten Runde im Rundkurs WP6, kam es auf einem Bauernhof direkt an der Strecke zu einer Massenschlägerei zwischen Familienmitgliedern. Das Hauptproblem war dabei der Notruf an die Polizei und der Zusatz „Schußwaffengebrauch“. Da versteht die Bullerei keinen Spass und entfachte einen sofortigen Großeinsatz. Ohne Zeitverzögerung und ohne Vorwarnung an den Veranstalter strömten aus allen Himmelsrichtungen Einsatzwagen mit Blaulicht und schußsicheren Westen zusammen und blockierten die Rallyestrecke. Damit blieb dem Veranstalter nichts anderes übrig, als die letzten 15 Teams in´s Parc Fermés zu schicken.

Und jetzt kommt aber leider das entscheidende Detail und die Besonderheit dieser Rallye zum Tragen, durch den Abbruch der WP1 und den chaotischen Zuständen der anderen WP´s mußten bereits viele Teams mit Referenzzeiten belegt werden. Irgendwann muss aber ein Team auch mal fahren. Somit konnten die letzten 15 Teams auf WP6 nicht erneut mit Referenzzeiten versorgt werden und die WP wurde komplett gestrichen. Genau die WP, die uns zum 26. Gesamtplatz und einem 3.Platz mit Pokal in der Klasse gebracht hätte. Shit Happens !