Nr. 32   Spirit – Motorsport in Unterfranken oder Oberbayern

13.07.2017

6. Rallye der Saison 2017, die 24. ADAC Grabfeldrallye in Sulzdorf an der Lederhecke

 

Hallo Motorsportbegeisterte, Unterstützer und Freunde von Spirit-Motorsport,

 

lang ersehnt und mit hohen Erwartungen ging es am letzten Wochenende zur legendären Grabfeldrallye nach Sulzdorf an der Lederhecke bei Bad Königshofen in Bayern. Eine wunderschöne Gegend mit dem Bayernturm, der Schwedenschanze und natürlich dem viertürmigen Barockschloß Sternberg, vielen vermutlich noch bekannt als SA-Ausbildungslager von ´33 - ´45, andere kennen es durch den Freiherr von Guttenberg……naja egal, jedenfalls „bekannt“! In der letzten Rallyesaison hatten wir uns die Grabfeld rot im Kalender angemarkert. Eine Rallye mit mehr als 200 Teams. Das ist entweder die totale Katastrophe oder so geil, dass wir jedes Jahr hinfahren….und ihr ahnt es schon……geil…auf zur Grabfeld 2017. Was wir im letzten Jahr dort erlebt hatten, setzte echte Maßstäbe für alle bis dahin gefahrenen und folgenden Rallyes. Wie eine gesamte Region dort Rallye lebt, die Organisation, die Ausschilderung der Strecken, der Rückführung beim Recce, das Bordbuch und, und, und….einfach nur perfekt!

So hatten wir bereits im letzten Jahr geschwärmt und die Latte für dieses Jahr hing dem entsprechend hoch. Gleiches galt bei den Teilnehmerzahlen. Das die 200 Teams, durch den Wegfall der Gruppe H, nicht zu toppen war, war klar, aber wie viele Teams werden am Ende nennen?!  ……...aber wie immer der Reihe nach!

Am Freitag, den 30.06.2017 fuhren wir mit FK1 in kleiner Besetzung, also nur mit drei Gespannen, vom Hof der Homebase in Richtung Bayern. Unterwegs sammelten wir noch Steffen mit seinem Lieblingssohn Torben (wichtiger Rallyenachwuchs) ein und vervollständigten damit die Spirit-Crew. Etwas zähflüssig im Freitagmittagsverkehr, aber ohne nennenswerte Stopps oder Staus erreichten wir das Rallyezentrum in Sulzdorf gegen 14.30 Uhr. Wie im letzten Jahr, alles fußläufig organisiert und das Fahrerlager war direkt am Rallyezentrum. Die Wiese und ihre Tücken bei Nässe waren gleichfalls bekannt und wir richteten unser Basiscamp witterungsbedingt um 90° gedreht zum Vorjahr ein. Der Wetterbericht sagte wechselhaftes regnerisches Wetter für´s Wochenende vorher…..und diesmal sollte er Recht behalten. Der Aufbau, ihr ahnt es schon, lief generalstabsplanmäßig ab. Jeder Handgriff saß und in Rekordzeit stand das Camp. Also, traditionsbewusst wie wir sind, Aggregat an, Kaffeemaschine in Betrieb und frischen Käsekuchen auf den Tisch….so richtig super spießig! und so lecker.

Laut Ausschreibung sollte um 17.30 Uhr die Dokumentenabnahme (Doku) erfolgen. So machten wir uns gegen 16.45 Uhr langsam auf den Weg, in Richtung Rallyezentrum. Auch hier wieder alles durchorganisiert. Mit mehreren Countern, gesonderter Tageslizenzstelle und Rallyetütenausgabe war man auf den „Ansturm“ vorbereitet. Dazu kam, dass hier auf Uhrzeiten nicht unbedingt gepocht wird. So konnten wir beim Eintreffen im Zelt sofort die Doku durchziehen. Sehr entspannt und ohne Anstehen. Ach ja, die Teilnehmerzahlen. Der Veranstalter hat es trotzdem auf 125 Teamnennung gebracht, davon über 95 Rallyeteams, der Rest ging an die Histeriker.  Das Fahrerfeld der ersten 20 Startern war einfach unglaublich und die Creme de la Creme des Rallye-Breitensports von Mitteldeutschland war vertreten. Dazu muss man für den geneigten Kenner der deutschen Rallyeszene anmerken..…und das für eine 35er Rallye!! Nach der Doku folgte im gleichen Zelt die technische Abnahme (TA). Auch hier wurden wieder Maßstäbe gesetzt. Mit 4 TK´s und drei Abnahmeplätzen lief auch dieser Prozess zügig und ohne lange Wartezeiten. Die Abnahme erfolgte gewohnt gewissenhaft und akribisch. Wie immer war nichts zu beanstanden und Pickerl rauf auf den Roadrunner. Steffen fuhr den Boliden mit seinem Sohn zurück ins Basiscamp und ich gönnte mir ein Softeis mit Schokoglasur….naja eben Grabfeldrallye!

Das Wetter klarte auf und wir hatten nach den Abnahmen ein tolles Sommerwetter mit fettem Sonnenschein. Also, ein paar Bier aufploppen und …..nee, nee, der Grill blieb erst einmal aus.

Wir erwarteten noch Verstärkung für´s Wochenende. Andreas Rink, mit seinem gelben Subaru, hatte sich mit angemeldet und war Gast am Wochenende bei Spirit-Motorsport. Auch er hatte von unserem Schwärmen für die Grabfeldrallye erfahren und wollte mal live die Sache erleben. Nur so kann man mitreden…...machen und durchziehen. Sein Stamm-Co, Gernot, war an diesem Wochenende verhindert und so liehen wir Steffen für eine nicht unerhebliche Transfergebühr (die hier natürlich nicht benannt wird) für diese Rallye an Andreas aus!  

Er kam auch pünktlich zu den Abnahmen und so konnten wir entspannt den Abend bei Bierchen, Grillgut und anderen Leckereien in großer Runde ausklingen lassen.

Am Samstagmorgen war der Himmel zugezogen und Regen kündigte sich unheilvoll an. Als Besonderheit bei dieser Rallye ist auf jeden Fall das Alleinstellungsmerkmal, dass alle Wertungsprüfungen (WP´s) nur einmal gefahren werden. Somit hatte man bei den 5 WP´s auch nur jeweils einmal die Chance alles richtig und natürlich auch alles falsch zu machen. Bei allen anderen Rallyes kann man in der 1. Sektion „Antesten“ und in der 2. Sektion „Angasen“. Hier eben nicht. Auch der Aufschrieb war dementsprechend straff. Sonst schreibt man max. 3 WPs inkl. zweimal Abfahren auf und hier sind es 5 Einzel-WP´s mit dem jeweiligen Abfahren. Also nicht trödeln und ab auf die Piste.

Die Strecken waren aus dem Vorjahr annähernd bekannt und die üblichen AHA-Ecken und Kurven waren wieder im Aufschrieb. Einer der entscheidenden Faktoren war der Regen. Diese Streckenverhältnisse in Verbindung mit Semislick-Reifen (also faktisch kein Profil) sind schwer kalkulier- & beherrschbar. Aber das ist eben Rallye. Bei der Formel1 werden Rennen bei Nieselregen verschoben, bei uns wird selbst bei Starkregen die Startfahne gehoben.

Slippy, Tricky, No-Cut und Schmiert waren die am häufigsten aufgeschriebenen Begriffe in den Pacenotes.

Pünktlich zurück im Basecamp konnten wir noch gemütlich Frühstücken, ein paar Käffchen genießen und die Boliden für die Rallye vorbereiten.

Um 11.45 Uhr fuhren wir dann in den Startpark und die Co´s holten die Startzeiten. Gegen 12.21 Uhr gingen wir mit der Startnummer 24 und Andreas & Steffen mit zwei Minuten hinter uns mit der Startnummer 27 an den Start.

Pünktlich zur Startzeit fing es an zu regnen. Wzew (was zu erwarten war) Daraus ergab sich die Formel:  Schmierig + Slicks + Regen = Rallye! Bernd hatte wieder mit geübtem Auge und professionell das Spirit-Logo in Position gebracht und verfolgte den Start „trotz junger Hunde von oben“ mit der Kamera.

Die 1. Sektion mit nur zwei WP´s verlief ohne besondere Vorkommnisse und wir fuhren für die Verhältnisse eine gute Rallye. CoCo fuchste sich in die besondere Streckenführung der Grabfeldrallye sehr gut ein und machte wie gewohnt einen spitzen Job. Die Ansagen kamen präzise und punktgenau. Ich hatte bereits im Bericht zur Cimbern-Rallye den Vergleich zur Grabfeldrallye gezogen. Die Streckenführungen & Verhältnisse, die engen nicht einsehbaren Kurven mit den vielen Wechseln und Kuppen sind absolut vergleichbar. Die Cimbern bleibt aber trotzdem die große Schwester der Grabfeld. Das war im April auf jeden Fall ein gutes Training und eine gute Vorbereitung für uns als Team. Pünktlich und ohne Schäden kamen wir zum Regrouping. Ein paar Minuten später rollten auch Andreas & Steffen wohlbehalten auf den Platz. Hier hatten wir wieder 1 Stunde Auszeit. Naja, mit unmittelbarer Nähe zum Basecamp lässt es sich schon aushalten. Ansonsten ist das immer einer der schwierigsten Zeitabschnitte einer gesamten Rallye.

Nach der einstündigen Zwangspause ging es in die 2. Sektion mit zwei Start-Ziel-Prüfungen weiter und endete mit dem legendären Rundkurs in Sulzdorf. Die WP´s führten durch gesperrte Dörfer, über Betriebswege zwischen Felder & Äcker und über geniale Bundesstraßen. In allen Vorgärten, Plätzen und an neuralgischen Streckenabschnitten feierten zehntausende Fans eine Rallyeparty. Eine gesamte Region auf den Beinen…..ein tolles Ambiente.

Mit Abschluss des Mickey-Mouse-Rundkurses in Sulzdorf, mit drei Runden + Ausfahrt, war die Grabfeldrallye erfolgreich für unsere beiden Spirit-Teams abgeschlossen. Mit einem respektablen 3. & 4. Platz in der Klasse haben wir Brandenburger in Bayern nachhaltig Eindruck hinterlassen….OK, für die Statistiker unter Euch: Andreas & Steffen den 3. Platz wir den 4. Platz.

Abgekämpft aber glücklich, ploppten wir erst einmal ein paar kühle Blonde auf und werteten die Schlacht an der Schwedenschanze aus. Andreas konnte sich unserem Schwärmen für die Grabfeld anschließen und war begeistert diese Entscheidung zur Teilnahme, in Verbindung mit der relativ langen An- & Abfahrt, richtig getroffen zu haben. Mal schau´n ob unser Brandenburger Rallyeteam im nächsten Jahr noch größer wird.

Wie der geneigte Leser der Spirit-Rallyeberichte weiß, kommt jetzt der Absatz mit dem kultumwobenen Spirit-Eintopf, dem sagenhafte Kräfte nachgesagt werden….egal wie, aber er war wieder einmal super lecker und nach einer solchen physischen & psychischen Anstrengung genau das Richtige. Ach so, es gab grüne Bohnen mit extra mega Grillfleischeinlage.

Am Sonntagmorgen holten wir frische Brötchen und bei schönstem Sommersonnenwetter genossen wir ein gemütliches & entspanntes Frühstück in großer Runde. Wir werteten, mit etwas Abstand, die Grabfeldrallye nochmals aus und waren uns einstimmig Einig, ein tolles Wochenende.

Dann ging es zum kommandostabsmäßigen Abbau des Basecamps und dem Verstauen des Equipments. Nach ca. 30 Minuten war die Wiese beräumt und unsere Autos beladen. Gegen 11 Uhr machten wir uns vom Acker. Die Rückfahrt verlief leider nicht mit dem gewohnten Quäntchen Glück. Erst hatten wir Pech an der ausgewählten Tanke, anstehen bis zum Horizont und dann wurde vor Jena ein Tunnel gesperrt. 45 Minuten campen auf der Autobahn. Erstaunlich war dabei, dass wir mal live die aktuelle Diskussion zum Thema Rettungsgasse miterleben durften. Ihr könnt Euch nicht vorstellen wie dumm, rücksichtslos, arrogant und hilflos Verkehrsteilnehmer bei diesem Thema sind. Hier sollte schnell irgendetwas flächendeckend im Bereich Aufklärung & Information erfolgen. Das geht uns alle an. Am frühen Nachmittag erreichten wir die Homebase, luden alles ab & aus, und waren gegen 17 Uhr wieder zu Hause.

Resümee:

Ein tolles Wochenende mit tollen Leuten bei einer tollen Veranstaltung, was will man da noch mehr schreiben!

Wir haben uns gefreut, dass Steffen seinen Sohn zur Rallye mitgenommen hatte und auch die Teilnahme von Andreas war super. So konnte man sich mal etwas besser kennenlernen und ein paar weiterführende Gespräche führen. War schon eine tolle Erkenntnis auf der gleichen Wellenlänge unterwegs zu sein. Sonst treffen wir uns ja nur bei den Regroupings in angespannten Zeitsituationen.

Die Grabfeldrallye steht auch im nächsten Jahr wieder fest in unserem Rallyekalender. Die Rallye lohnt sich!

Jetzt haben wir erst einmal 5 Wochen Sommerpause und dann geht es zur Holsten an die Küste. (kurz vor Fehmarn)

Darauf freuen wir uns auch schon mächtig, neue Rallye, neue Strecken, neue Leute……toll, toll, toll!!

Als neue Rubrik führen wir, seit dem letzten Bericht, noch ein paar zusätzliche Bilder am Schluss mit ein.

-ein paar Impressionen vom Wochenende:

Venceremos, Corina + Uwe