Nr. 30   Spirit – Motorsport in Neuruppin

05.05.2017

4. Rallye der Saison 2017, die 18. ADAC – Fontane Rallye Neuruppin

 

Hallo Motorsportbegeisterte, Unterstützer und Freunde von Spirit-Motorsport,

 

wie vereinzelt bereits festgestellt, es gibt so Rallyes und es gibt so Rallyes….diese war mal wieder „so eine Rallye“!

Aber wir immer der Reihe nach.

 

Am Freitag, den 28.04.2017 machte sich unsere Spirit-Crew auf den kurzen Weg nach Neuruppin.  Eine 100% Asphalt-Rallye mit „Familiencharakter“! Hier traf sich grundsätzlich jeder, der in Berlin & Brandenburg irgendetwas mit Rallye zu tun hat….und so war es dann auch. Leute die man zum Teil seit einem Jahr nirgends getroffen hatte, hier waren sie anwesend, entweder als interessierter Zuschauer, oberschlaue Alleswisser oder Teilnehmer. Mit einem Teilnehmerfeld von 44 Rallyeteams und 14 Histo-Teams konnte der Veranstalter mehr als zufrieden sein. Am Jahresanfang wurde sofort die Parole heraus gegeben, dass die Fontane in diesem Jahr nicht stattfinden wird! Naja, wie gesagt, es gibt im Rallyezirkus einen Haufen Leute die alles wissen! Gegen 14 Uhr trudelten wir auf dem bekannten Parkplatz des Arbeitsamtes in Neuruppin ein. Super idyllisch gelegen und etwas abseits des zu erwartenden Trubels bauten wir unser Basiscamp auf.

Gerade mit dem Lageraufbau fertig geworden & den ersten Kaffee aufgesetzt, kommt pünktlich der Chefmechaniker und komplettiert die Spirit-Crew. Somit waren wir ready für die Dokumentenabnahme und der darauf folgenden technischen Abnahme. CoCo und ich machten uns gegen 17.30 Uhr auf zum Rallyehauptquartier (2 min. zu Fuß) und Bernd & Steffen fuhren mit dem Roadrunner schon mal zur TA um die Ecke. Leider verzögerte sich die Dokumentenabnahme um satte 30 Minuten. Statt 17.45 Uhr ging es erst m 18.15 Uhr los, warum auch immer!? Das gleiche passierte auch bei der TA. Mit 15 Minuten Verspätung trafen die TK´s vor Ort ein. Die Abnahmen verliefen dann ohne Vorkommnisse und waren innerhalb von wenigen Minuten erfolgreich Geschichte.

Bei durchwachsenem, kühlen aber trocknen Aprilwetter schmissen wir den Grill an, ploppten ein paar Bier auf und gossen ein paar Becher Wein ein. Die Stimmung war hervorragend und wir freuten uns auf eine tolle Rallye. Mit perfektem Timing kam Heinke (Mö) genau richtig zum Abendessen. (die Grilldelikatessen waren gerade durch- well done) Heinke ist in der Rallyeszene als Copilotin, z.B. vom Team Ramonat, Hesse usw. bekannt und fährt die Fontane mit Ken Milde. Durch diese Verbindung gesellte sie sich zu uns und wir luden sie herzlichst zum Abendessen mit ein. Den Bildern zu urteilen, sollte es ihr auch geschmeckt haben!?

Am Samstagmorgen ging es entspannt gegen 7.30 Uhr zur Bordbuchausgabe und dann auf die bereits bekannten Strecken der Vorjahre. Zwei Start-Ziel WP´s mit Betonplatten und Asphalt und eine WP als Rundkurs im Stadtgebiet auf dem Firmengelände des öffentlichen Nahverkehrs, oder Bushof genannt. Erwartungsgemäß gab es keine Überraschungen und einige Teams fuhren auch nur einmal rüber um zu schauen ob irgendwo eine Pylone anders herum liegt. Das war nicht der Fall und der Aufschrieb war in Rekordzeit vollbracht. So konnten wir noch in Ruhe Frühstücken, ein paar Käffchen genießen & entspannen. Um 11.15 Uhr sollten die Startzeiten bekannt gegeben werden und gegen 10.30 Uhr kam das Gerücht auf, dass um 11 Uhr eine Fahrerbesprechung sein sollte!? Nichts Genaues wusste man nicht, also um 11 Uhr ab in´s Fahrerlager. Alle waren da, nur gab es keine Fahrerbesprechung. Jedenfalls nicht offiziell, so konnte man mit einem Haufen Leuten sprechen, ohne durch die Gegend zu wandern, auch nicht schlecht. Hauptthema war das Wetter und die daraus resultierende Reifenwahl!

Pünktlich zum Startbeginn kam noch eine große Delegation von Bernd´s Verwandtschaft. Seine Mutter hatte Geburtstag und man verband die Feierlichkeit gleich mit dem Besuch der Fontane-Rallye. Wir hatten im Fahrerlager auch noch die Möglichkeit zu Gratulieren und allen guten Tag zu sagen. Erklären mussten wir zum Glück nichts, Bernd als Rallyefachmann hatte die Aufgabe perfekt übernommen. So ging es gegen 12.36 Uhr auf die Strecke.

Damit könnten wir jetzt den Bericht noch positiv enden lassen, aber wir müssen schon zu Ende berichten.

Bei WP1 angekommen kam es schon zu den ersten 12 Minuten Verspätung. Vor uns startete die Histo-Fraktion und irgendwie hatte man vergessen, dass jeweils die sieben O-Vorausfahrzeuge mit anderen Minutenabständen auf die Strecke geschickt werden. Also, ran an den Start und ab ging der Roadrunner……….bis zur 6. Kurven, eine rechts 2+.

Wie bereits im vergangenen Jahr, stellte ich den Boliden zu weit an, kam auf´s nasse Grün und ab gings gerade aus auf den Acker. Im letzten Jahr überhaupt kein Problem, in diesem Jahr war eine Reaktionszeit wie im Videospiel gefragt. Der Bauer hatte für seine Kuhherde ein 2flg. Stahltor eingebaut und das ganze Feld mit Stacheldraht eingezäunt. Also, blitzschnell reagiert und nicht gerade auf´s Feld sondern etwas versetzt links am Tor vorbei. Problem dabei war leider nur ein aufgeschütteter Sandwall (vermutlich Reste vom Setzen des Tores). Wir also Abflug über den Sandwall, eine Ehrenrunde auf dem nassen Grün und zurück auf die Strecke. Die beiden Streckenposten waren noch etwas blass um dies Nase, zeigten uns aber wild gestikulierend in welche Richtung die Strecke verlaufen soll. Beim Abflug hatte es einen mächtigen Schlag gegeben und der Stacheldraht hat die Lufthutze von der Motorhaube behalten. Nach dem wir wieder auf Kurs waren merkte ich, dass der Roadrunner beim Beschleunigen nach rechts und beim Anbremsen extrem nach links zog. Damit war die Rallye für uns gelaufen ehe sie richtig begonnen hatte. Warnblinkanlage an und im gesitteten Spießrutenlauf die WP durchfahren. Nach dem Zieldurchlauf stieg ich aus und machte mich schon auf´s schlimmste gefasst…….aber nichts. Wenn die Hutze nicht fehlen würde, könnte man die Frage stellen, was eigentlich los ist. Auch beim darunterlegen konnte ich nicht erkennen was los war. Wir entschieden uns, die Rallye abzubrechen und langsam in´s Basiscamp zurück zu fahren. Wir informierten FK1 und Steffen über die missliche Lage. Für Bernd seine Verwandtschaft war es natürlich auch eine herbe Enttäuschung. Aber das ist halt Rallye….mal verlierst Du und mal gewinnen die anderen!!

Nach einer verhaltenen Fahrt durch Neuruppin, zurück in´s Basiscamp, erwartete uns schon FK1 und wir werteten den Status Quo aus. Die einzigen die sich richtig freuten, dass wir schon wieder da waren…klar, natürlich die Pelze! Als erstes bockten wir den Roadrunner mit zwei Wagenhebern vorne auf und schraubten die Räder ab. Jetzt war das Elend ersichtlich. Durch den Einschlag am Erdwall war der linke Dreieckslenker direkt an der rechten Verschraubung gebrochen. So sauber durch und noch immer in Funktion, dass man es mit angeschraubten Rad leicht übersehen konnte. Schon erstaunlich, dass ein Subaru noch mit gebrochenen Dreieckslenker fährt!!! Nach weiteren 30 Minuten kam dann auch der technische Support und begutachtete das Malheur.

Wir entschieden trotzdem in Neuruppin zu bleiben und den Abend entspannt zum Ende zu bringen. Steffen machte sich auf den Heimweg zu einer Familienparty und wir beschlossen zur Feier des Tages Essen zu gehen. Das Rallyehauptquartier war im Sporthotel und damit gleich um die Ecke. So zogen wir los und bestellten uns vier XL-Super-Schnitzel, natürlich mit Käse und Würzfleisch überbacken (ou four) und Pommes. Leider waren die Augen dabei wieder größer als der Magen. Man…was für eine Portion.

Völlig übersättigt und mit vollem Magen machten wir uns auf den Rückweg in´s Basiscamp, tranken noch ein paar Wein & ein paar Bier und beendete frühzeitig den Rallyetag.

Am Sonntagmorgen machten wir es uns gegen 8 Uhr im Wohnwagen gemütlich und genossen unser Frühstück. Der darauf folgende Abbau des Camps verlief routiniert wie immer und in Rekordzeit. Jeder hat sein Fachgebiet, seine Handgriffe und seine Verantwortung. Ein schönes Zusammenspiel. Gegen 10.30 Uhr war dann wieder der Urzustand des Parkplatzes hergestellt und wir machten uns vom Hof. Die Rückfahrt war stressfrei und schön kurz. So waren wir um 11.45 Uhr zurück in der Spirit-Homebase. Schnell noch alles ausgeladen, verstaut und ab nach Haus, auf die Couch = Formel 1, GT-Masters in Oschersleben und natürlich alle aufgelaufenen Tagesfolgen der WRC Rallye Argentinien auf Red Bull TV. Der Sonntagnachmittag war gerettet.

Resümee:

Zweimal den gleichen Fehler?…..muss nicht sein! Zum Glück ist nichts passiert, aber trotzdem sehr ärgerlich. Die Reparaturkosten halten sich glücklicherweise in Grenzen und im Ernstfall wären wir am kommenden Freitag schon wieder Einsatzbereit! Am Sonntag, auf der Couch, haben wir ernsthaft überlegt ob wir im nächsten Jahr wieder antreten sollen. Wieder die gleichen Strecken? Aber wir haben ja noch eine Rechnung mit einer gewissen Kurve offen….so steigt die Wahrscheinlichkeit der Nennung 2018! Wir werden sehen, wie unsere Jahresplanung aussieht & dann entscheiden.

Jetzt haben wir erst einmal bis zum 16.Juni 2017 Rallyepause. Die geplante Rallye Stade, am 26.05.17 wurde vom Veranstalter abgesagt. Somit geht es erst Mitte Juni nach Weida zur Osterburg Rallye.

 

Venceremos, Corina + Uwe