Nr. 37  Spirit – Motorsport in der Börde

22.03.2018

1.  Rallye der Saison 2018, die ADAC – Welfen – Winter – Rallye in Oschersleben

 

Hallo Motorsportbegeisterte, Unterstützer und Freunde von Spirit-Motorsport,

 

nach nun mehr knapp 4 Monaten „Winterpause“ melden wir uns mit der ersten Rallye der Saison zurück und beginnen damit gleichzeitig die Rallyesaison 2018. Vorab, die neue Saison begann wie die Alte geendet hatte…..

aber wie immer, der Reihe nach.

 

Die Welfen Winter Rallye hatten wir bereits 2016 mit einem erfolgreichen Triple (3x Gold) absolviert. Als Strecke dient die Motorsport Arena Oschersleben (Deutschlands nördlichste Rennstrecke) in der Nähe von Magdeburg. Dem einen oder anderen bekannt durch die Moto-GP oder der DTM. Der Braunschweiger Auto Touren Club organisiert diesen Event und veranstaltet in zwei Tagen sagen und schreiben drei Rallyes ( 3 x 35er) Am Freitag beginnt es mit einer spektakulären Nachtrallye und am Samstag werden auf den gleichen Strecken, in jeweils umgekehrter Reihenfolge die Stecken tagsüber bewältigt. Eine unglaubliche Tortur für Mensch und Maschine. Immer am Limit, keine Verschnaufpause und ein Gefühl wie in einer Achterbahn………aber was soll´s, es macht einen riesigen Spaß!!

Da es sich witterungsbedingt um eine Winterrallye mit arktischen Temperaturen handelte, verzichteten wir auf das Basecamp und allen anderen sonstigen Annehmlichkeiten. Wie bereits 2016 besetzte Steffen den heißen Stuhl und Corina mit den Pelzen blieben zu Hause und verfolgten die wilde Hatz vom Zeitmonitor aus.

Wichtiger Hinweis für die Statistiker unter Euch:

2016 war die Welfen Winter Rallye die aller erste aktive Rallye für Steffen.

 

Am Freitag, den 23.02.2018 machten wir uns mit dem Roadrunner auf nach Oschersleben. Gegen 11.30 Uhr fuhren wir vom Hof der Homebase und waren ohne Vorkommnisse gegen 14.00 Uhr auf der Motorsport Arena. Alles war wie gewohnt und wir nutzten den gleichen bekannten Stellplatz. Wir luden den Boliden ab und sichteten noch kurz den Rest der Location. Dann ging es rüber zum Motorsporthotel, auf dem gleichen Gelände, in dem uns Steffen zwei Zimmer reserviert hatte. Auch hier wieder alles wie bekannt. Kurz einchecken, dem Porsche an der Wand huldigen, Zimmer belegen und ab ging´s zu den Abnahmen.

Die Dokumentenabnahme erfolgte im Orgabüro des Veranstalters und wurde ambitioniert von den Vereinsmitgliedern durchgeführt. Der Anfang war etwas chaotisch, aber die Lage beruhigte sich mit dem Eintreffen weiterer Vereinsmitglieder. Wir hatten alle Unterschriften für die drei anstehenden Rallyes geleistet, die Lizenzen lagen vor und unsere „Tüte“ war vollständig…….und ab zur Technischen Abnahme.

Die beiden TK´s winkten uns dann gleichmal in die „Halle des Grauens“ und spulten die Liste der Sachen, Dinge und Unterlagen ab, die sie für die Abnahme benötigen. Wie immer waren unsere Sachen, Dinge und der Roadrunner im 1A Zustand und die Abnahme erfolgte nach ein paar Detailfragen ohne Beanstandungen. Da zu diesem Zeitpunkt noch keine weiteren Boliden zur Abnahme anstanden, nutzen wir die Zeit und plauschten mit den beiden Tk´s über die letzte Cimbern Rallye 2017. Auch sie bestätigten nochmals, dass diese Cimbern die spektakulärste und ereignisreichste Rallye seit Gedenken der Wikinger Rallye war. Das betraf einerseits den unberechenbaren Wetterverhältnissen mit Starkregen, Orkanböen und Schnee bis hin zu den unglaublichen Aktionen der Dänen und ihren R5-Boliden, bis hin zum Polizeieinsatz mit Massenschlägerei und Schußwaffengebrauch…..ihr erinnert Euch!

Danach ging es entspannt in´s Hotel. Wir gönnten uns einen leckeren Kaffee und zogen uns unsere Rennmontur an. Um 17 Uhr waren wir als zweites Auto pünktlich auf der Strecke zum Recce. Als erste WP stand die Kartbahn auf dem Programm. Ich glaube, dass auf solchen Bahnen der Begriff „Mickey Mouse Kurs“ entstanden ist.

Von Spitzkehren in 2 mach zu in drei lang lang war ein Feuerwerk von Kurvenkombinationen. Entfernungsangaben zwischen den Richtungswechseln  gab es eigentlich nur zur Beschäftigung des Copiloten!

Danach ging es dann auf den Ring. Dieser wurde aufgeteilt in die WP2 und WP3. Ultra schnell, saugeile Geraden mit Bremsschikanen und langgezogene 6er Kurven mit dem Pedal to the Metall! (Arschzusammenkneifen). Das Curpsräubern war bei diesen Witterungsverhältnissen schwer zu kalkulieren und mit gewissen Gefahren verbunden. Ruckzuck war man im Kies und die Zeiten weg, also Kopf an und antesten.

Auf WP3 waren dann eine Busstopp-Schikane und eine extrem schwer zu fahrende Spitzkehre mit einer sehr schmalen Durchfahrt enthalten. Hier war ziemlich viel Potential für Knitter im Kleid vorhanden. Der Gipfel war aber die Ziellinie. Diese befand sich in einer Ausfahrt hinter einer rechts 1, so breit wie das Auto!! Hier war rumtragen angesagt oder Kontakt mit der Streckenbegrenzung angesagt.

Nach 40 Minuten war das Training beendet und wir bereiteten uns mental auf die Nachtrallye vor.

Pünktlich um 18.37 Uhr gingen wir als Sechste mit der Startnummer 9 auf die Strecke. Der Nachtfrost hatte die Strecke voll im Griff. Wer schon einmal ein Stück Butter in der Pfanne geschmolzen hat, kann ungefähr nachvollziehen wie wir mit unseren Semislick-Sommerreifen über die Strecke geschleudert sind.

Alle 3 WP´s liefen wie im Traum ab und in kürzester Zeit standen wir im Regrouping. Ein paar Ausfälle waren auch schon zu verzeichnen und so rutschten wir weitere Startplätze in der 2. Sektion nach vorne.  

Gegen 20.40 Uhr beendeten wir die erste Nachtrallye des Jahres mit einem sagenhaften Gesamtplatz 6.

Das motivierte uns für die beiden weiteren Tagrallyes und wir .mußten erst einmal ein Bierchen aufploppen.

Nach einem herzhaften und üppigen Abendessen und der Siegerehrung machten wir uns auf zum Parc Fermés. Wir starten den Roadrunner und schlagartig veränderte sich uns Gesichtsfarbe. Das lag leider nicht an den -10 Grad oder dem Bierkonsum…….unschöne und nicht zu überhörende mechanische Klopfgeräusche kamen aus dem Motor. Ich schlich zum Standplatz und wir hörten uns das Leiden nochmals gezielt an. So hart die Entscheidung zu diesem Zeitpunkt auch war, aber wir beendet vorsorglich die Rallye und meldeten uns ab. Mit hängenden Köpfen tranken wir noch ein Bier und beendeten den Tag mit einem miesen Ergebnis. Rallye ist eben eine harte & gnadenlose Geliebte.

Am nächsten Morgen luden wir den Roadrunner auf den Trailer und machten uns klamm & heimlich in Richtung Heimat auf. Auf der Rückfahrt hatten wir richtig Glück. Genau 20 Minuten, nachdem wir „Michendorf“ hinter uns gelassen hatten, erfolgte eine Vollsperrung wegen einem schweren LKW-Unfall.

Gegen Mittag waren wir dann wieder in der Heimat und wir luden den Roadrunner gleich bei Steffen in der Firma ab. FK1 war bereits informiert und kamen zur persönlichen Analyse noch kurz vorbei. Sie hatten sich bereits früh auf die Anreise nach Oschersleben vorbereitet. Wie beim letzten Mal wollten Sie uns tatkräftig unterstützen und Fotos vom Geschehen erstellen. Somit war der Samstag für sie jetzt offen….

Resümee: Wer Asphaltrallyes liebt und Rundstreckenaffin ist, der sollte die Winter Welfen im Programm haben. Der Nachteil sind die unglaublichen Beanspruchungen von Mensch & Material in der kurzen Zeit. Als Saisonvorbereitung eine gute Veranstaltung, man muss aber auch mit einem Totalverlust rechnen. Wenn machbar sind wir im nächsten Jahr wieder mit dabei. Für die Statistiker: Wenn wir so weitergefahren wären, hätte der Tripel für uns den 2. Platz Gesamt ergeben!!

Schadensanalyse = Kapitaler Motorschaden = neuer Motor = unsere Entscheidung, abzubrechen, war richtig!

Venceremos, Uwe + Steffen