Nr. 44  Spirit – Motorsport in Grünhain im Erzgebirgskreis / Sachsen

8.  Rallye der Saison 2018, die  15. ADAC Rallye Grünhain

Hallo Motorsportbegeisterte, Unterstützer und Freunde von Spirit-Motorsport,

 

am Freitag, den 31. August 2018 ging es auf nach Sachsen, zur legendären und ultraschnellen Erzgebirgsachterbahn-Rallye. Nach den letzten erfolgreichen Rallyes an der Ostseeküste freuten wir uns auch mal wieder über Berge…..aber wie immer, der Reihe nach.

 

Am Freitag sattelten wir gegen 10°° Uhr die Zugpferde und rollten mit FK1 in Richtung Süden. Unterwegs sammelten wir noch Steffen mit seinem neuen stylischen Teamfahrzeug & der blaue Elise ein und unser Track war vollständig. Ohne Verzögerungen und ohne besondere Vorkommnisse erreichten wir das Fahrerlager in Grünhain. Dieses Jahr haben wir mal den richtigen Standort getroffen. Das Fahrerlager war ein Fußball-Übungsplatz und da wir die Ersten auf dem Platz waren, hatten wir auch freie Platzwahl. Der geeignete Stellplatz für das Basiscamp war schnell gefunden und unser Aufbau flutschte wie eingeübt. Ruckzuck waren die Fahnen gehisst, der Kaffee aufgebrüht und der frisch gebackene Kuchen (von meiner lieben Mamma) auf dem Tisch. Mittlerweile war es schon nach 15°° Uhr und noch immer war keiner im Fahrerlager….komisch, wir waren uns aber sicher, dass wir richtig waren!?

19.09.2018

Schön entspannt, lecker gestärkt und erholt, sammelten wir unsere Klamotten für die Abnahmen zusammen und fuhren gegen 16°° Uhr vom Platz. Mittlerweile waren dann doch noch zwei weitere Teams eingetroffen und Mark hat als Platzwart den Eintritt kassiert. Die Dokumentenabnahme war wie gewohnt im „Treffpunkt“ in der Bahnhofstraße. Hier trafen wir das Subaru-Team Ulf Linnbach und wir tauschten ein paar schöne „Motor-Anekdoten“ aus. Schön dass es überall das gleich ist…………Rallye hat eben nichts mit dem normalen Leben zu tun!

Die Doku verlief ohne Beanstandungen und ab ging es um´s Eck zur Feuerwehr – technische Abnahme. Auch hier die bereits bekannten Gesichter. Die Abnahme erfolgte sehr akribisch, gründlich und unterlagenvoluminös. Nach ca. 20 Minuten hatten wir unser Pickerl auf der Frontscheibe und ab ging´s zurück in´s Basiscamp.

Zurück im Basecamp ploppten wir erst einmal ein paar kühle Blonde auf und freuten uns über die erfolgreichen und relativ schnellen Abnahmen. Bernd befeuerte in der Zwischenzeit den Grill und wir waren bereits beim zweiten Bier. Mit dieser Bierrunde schmissen wir die kulinarischen Leckerbissen auf´s Grill und der Zahn tropfte schon mächtig. Der Abend endete recht früh, da wir alle eine harte Arbeitswoche hinter uns und einen straffen Rallyetag vor uns hatten.

Am Samstagmorgen klingelte um 5.30 Uhr der Wecker und es war Rallyetime!! Dem geneigten Leser dieses Berichtes ist es bestimmt schon aufgefallen…..hier nochmal für den Rest : Steffen war als Copilot genannt und freute sich, endlich mal wieder mit mir und der blauen Elise ein paar Rallyekilometer unter die Reifen zu nehmen. Um 6.30 Uhr holten wir unser Bordbuch ab und dann ging es raus in´s Erzgebirgsland. Drei verschiedene WP´s in 2 Sektionen, also gesamt 6 Wertungsprüfung mit knapp 34 WP-Kilometern. Davon ein Rundkurs und zwei Start-Zielprüfungen. Der Rundkurs war WP 1 & 3 „Lautergold“ und an einem Wasser-Pumpspeicherwerk gelegen. Die Streckenführung entpuppte sich als gnadenloser Mickey-Mouse-Kurs mit so unzähligen Kurven, Steigungen, Gefällen, Kehren, Schikanen und Belag wechseln, so dass man gar nicht zum fahren kam…witzig! Könnte also als WP1 schon mal am Anfang spannend werden. Danach ging es zu WP 2 & 4 „Fahrschule Uwe Hübner“. Mmmhhh….Betonplatten bis zum Horizont und eine unfahrbare Spitzkehre. Was soll´s, alles akribisch aufgenommen, durchnummeriert, nochmals abgefahren und als „die WP“ vermerkt. Somit ging´s zur letzten WP, WP 3 & 6 „Schönfeld“ auf. „Petroleuminsel“ genannt. Ultraschnell und sau gefährlich. Die beiden Ortsdurchfahrten gehen voll und sind absolut spektakulär. Eine super Wertungsprüfung und bei dieser Rallye mein absoluter Favorit. Auch hier haben wir alles sofort gefunden, gründlich analysiert und per Kontrollfahrt überprüft. Die Rallye konnte kommen. Die Rückfahrt von WP3 war mit ca. 24km etwas lang, aber in den Bergen spult man diese Kilometer mit Spaß und Achterbahngefühl ab. Pünktlichst im Basecamp zurück gab es Frühstück und frischen Kaffee. Steffen machte seinen Aufschrieb bunt und ich steckte sicherheitshalber ein paar nagelneue indische Radiergummis auf die Vorderachse. Es sah extrem stark nach Regen aus…und genau den brauchten wir auch noch!

Um 11.30 Uhr ging es rüber zum Startpark und zum Abholen der Startzeiten. Pünktlich und ohne Verzögerung rollten wir mit der Startnummer 10 durch den Startbogen von ZK1 und machten uns auf den Weg zur WP1. Zur Anfahrt der WP1 trauten wir unseren Augen nicht. Bereits mehrere Kilometer vor dem Start reihten sich die PkW´s der Rallyefans am Straßenrand auf. Unzählige Menschenmassen säumten die Strecke und feuerten jedes Team infernalisch an. Eine traumhafte Kulisse. So macht Rallyefahren nochmals mehr Spass. Also, ran an den Streckenposten, Zeitkarte abgestempelt, runter gezählt und eingereiht in den Rundkurs. Wie bereits erwartet, war der Mickey-Mouse-Kurs eher etwas für Go-Karts oder den kleinen Brüllbüchsen wie Fiat oder Ford vorbehalten. Pünktlich zum Start setzte ein fieser Sprühregen ein…..nichts Halbes und nichts Ganzes, einfach nicht greifbar, aber er machte die Strecke noch interessanter. Den Spuren abseits der Strecke zur Urteilen, waren kurz nach Beginn der Rallye bereits einige auf Abwegen. Wir spulten den Rundkurs und die lange Ausfahrt relativ gut ab und freuten uns über den Zieleinlauf. Erstaunlicherweise waren wir mit einem Gesamtplatz nach WP1 auf Rang 16 gar nicht so schlecht und in unserer starken Klasse auf Platz 2…..aber die Rallye war noch lang und jetzt kam „die WP“!

Kurz vor unserem Start setzte starker Regen ein und mit Semislicks auf Betonplatten war das genau die richtige Mischung für Spass. Dementsprechend nahm ich Gas raus, fuhr die Betonplatten mit entsprechenden Respekt und wuchtete die Elise erstaunlicherweise mit einem Satz um die nicht fahrbare Spitzkehre…..das war echt geil….der Rest der jetzt kam eher nicht. Mit der Abfahrt von der Spitzkehre aus den Wald, zurück auf den asphaltierten Betriebsweg, hatten wir trotz Geschwindigkeitsreduzierung noch zu viel Schwung um um´s Eck zu kommen. Die Spaßvögel der Streckensicherung haben an der Innenseite der Kurve einen Heuballen gestellt, somit wurde die Umfahrung fast unmöglich und wir rutschten mit Karacho den Abhang hinunter. OK, Allrad, rauf auf´s Gas und den Hang wieder rauf, Pech, genau in der Mitte setzen wir mit der Elise lautstark auf. Also, Rückwärtsgang rein, runter vom Hügel, zurück auf die Wiese und mit Schwung und mit etwas Versatz wieder rauf auf den Betriebsweg…..mit einem Allradler machbar. Die Zeit war im A……..! Also Padel tot he Metall und weiter ging´s…..aber auch nur wieder ein paar Ecken. Das gefahrene Tempo (bei Regen) war für eine „Rechts 3- eng“ zu schnell und wir feuerten mit sehr viel Schwung gerade aus. In diesem Fall kein Problem, da der Weg eigentlich geradeaus weiter ging und nur wir rum sollten. Also, Rückwärtsgang rein und rum um die Rechts 3-, eng! Im Ziel angekommen klatschten wir kurz ab und freuten uns, dass wir noch im Spiel waren. Jetzt ging es rüber zur WP3 „Petroleuminsel“. Eine sauschnelle und mit den engen Baumalleen, Ortsdurchfahrten und Schotteranteil eine nicht zu unterschätzende Wertungsprüfung. Also ran an den Start, runter gezählt und ab ging die Hatz. Wir spulten den Parcours sauber ab und erlaubten uns keinen Fehler. Die gefahrene Zeit war akzeptabel. Somit ging´s zurück  zum Regrouping in das 24km entfernte Grünhain. Dort hatten wir dann eine Zwangspause von 45 Minuten. Wir nutzten die Pause um mit Andreas und Gernot die WP´s auszuwerten und kamen gemeinsam aus dem Lachen nicht mehr heraus. Genau an den gleichen Stellen hat Andreas die gleichen Erfahrungen „erfahren“. Schon witzig für die Zuschauer, wenn zwei aufeinander folgende Subaru´s die gleichen Kapriolen neben der Strecke abliefern.

Pünktlich zum Start der 2. Sektion klarte der Himmel auf und wir freuten uns auf den letzten Durchlauf. Kurz vor unserem Start kam es bei der Startnummer 8 (zwei Autos vor uns) zu einer sichtbaren Hektik und lauten Worten….die Bordkarte war weg. Ohne Bordkarte ist man raus, ohne wenn und aber. Zur passenden Zeit zirkelte Andreas seinen Subaru am Cossi vorbei und wir folgten. Kurz bevor wir abstempelten, kam der Co vom Cossie und hatte die rettende Bordkarte in der Hand. OK, Zeitstrafe für vier Minuten zu spät Stempeln ist immer noch besser als komplett raus zu sein. Warum am Ende die Startnummer 8 keine Zeitstrafe erhalten hat und damit den 3. Platz in der Klasse belegte ist uns nicht bekannt. Es wird aber schon einen trifftigen Grund dafür gegeben haben………!?

Wir spulten die drei Wertungsprüfungen ohne Fehler und mit guten Zeiten ab. Die blaue Elise und Steffen machten einen guten Job und so erreichten wir gesund und ohne Schäden das Ziel der WP6. Jetzt noch pünktlich und heile im Parc Fermés ankommen und die Rallye Grünhain 2018 ist Geschichte. Gesagt getan, wir trudelten die 24km nach Grünhain und fuhren das letzte Drittel mit drei Subarus im Formationsflug durch das Erzgebirgsland. Das war in jeder Ortsdurchfahrt ein spektakulärer Anblick (natürlich auch akustisch).

Bernd stand schon mit G-Shuttel zur Abholung bereit und in kürzester Zeit waren wir zurück im Basecamp. Alle freuten sich riesig und nach dem Durchknuddeln gönnten wir uns ersteinmal ein verdienetes kühles Bierchen. Man, wenn man beschreiben könnte wir ein kühles Bier nach 12 Stunden Rallye schmeckt…..aber ich bin kein Poet.

Nach dem wir die Frontberichte der heroischen Schlacht dar gebracht hatten, uns akklimatisierten und umgezogen waren, wendeten wir uns der Erholung und der Energieaufnahme zu. Pünktlich zum legendären Spirit-Eintopf, mit getosteten Schwarzbrot und Kräuterbutter, kamen Andreas und Gernot. Natürlich waren sie gerne eingeladen und sie nahmen dankend an. Eine spitzenmäßige Subarurunde am Ende der Rallye. Wir haben viel gelacht und die eine und andere Geschichte und Anekdote ausgetauscht. Unseren beiden Teams waren durch die Ausrutscher auf die Plätze 26 und 27 auf weiter Flur abgeschlagen und so konnten wir den Abend ohne weitere Pflichttermine ausklingen lassen.

Am Sonntagmorgen war wie immer um 8°° Uhr Frühstück. Leider hatte es pünktlich um 7°° angefangen zu regnen. Genau das richtige Wetter zum Basecampabbau! Wir verlegten das Frühstück operativ in den Wohnwagen und ließen den Wettergott einen guten Mann sein,…… vorerst! Es wurde aber nicht besser. Also, Regenjacken an und ran an die Buletten. In rekordverdächtiger Bestzeit war das Lager abgebaut und alle Sachen verstaut. Kurz vor 10°° bestiegen wir die Zugpferde und ab ging´s nach Hause. Die Autobahn war für sonntägliche Verhältnisse ganz gut gefüllt. Aber wie bereits auf der Hintour hatten wir Glück und konnten alle Staus nur auf der Gegenfahrbahn bewundern. So erreichten wir um 14.°° unsere Homebase in Wernsdorf. Dort luden wir alles aus und waren um 15°° Uhr auf der heimischen Couch.

Resümee:

Die Rallye Grünhain steht auf jeden Fall auch im nächsten Jahr in unserem Rallyekalender. Die Streckenführungen, die Landschaft und vor allem die komplette Region, die Rallye feiert, das ist schon etwas ganz Besonderes.

Jetzt planen & organisieren wir schon die nächste Rallye in Bad Schmiedeberg am kommenden Wochenende.

 

Venceremos, Corina + Uwe

Bilder die es nicht in den Bericht geschafft haben: