Nr. 47  Spirit – Motorsport beim Jahres-Rallye-Highlight 2018 in der Lausitz

04.10.2018

11.  Rallye der Saison 2018, die 21. Internationale Lausitz Rallye in Boxberg / Lausitz

Hallo Motorsportbegeisterte, Unterstützer und Freunde von Spirit-Motorsport,

 

endlich war es wieder soweit, das Jahreshighlight stand im Rallyekalender…..…3….....2….....1….….Schotter!!              Die Internationale Lausitz Rallye in Boxberg. Unser Team ging nun schon zum vierten Mal bei dieser Rallye an den Start. Dieses Jahr mit Steffen als Co, der mit der Lausitz Rallye seine erste große Internationale Veranstaltung mitmachen wird. Aber wie immer, der Reihe nach!

 

Am Mittwoch, den 31.10.2018 trafen wir uns gegen Mittag in der Homebase in Wernsdorf und räumten die halbe Halle in die Transporter & SUV´s, treu dem Motto : Haben ist besser als brauchen! Gegen 14°° Uhr war dann nichts mehr zu verstauen und wir verabschiedeten uns in Richtung Lausitz. Die Anfahrt verlief entspannt und ohne Zwischenfälle. Wir erreichten Boxberg kurz nach 16°° Uhr. Von dort ging es in Richtung Bärwalder See auf einen Campingplatz, direkt am See, der für dieses Jahr als Fahrerlager und Serviceplatz vom Veranstalter angemietet wurde. Optimaler konnte es wohl nicht mehr werden. Wetter, Aussicht, Lage, Strom- & Wasseranschluss…alles Top!

11.  Rallye der Saison 2018, die 21. Internationale Lausitz Rallye in Boxberg / Lausitz

Hallo Motorsportbegeisterte, Unterstützer und Freunde von Spirit-Motorsport,

 

endlich war es wieder soweit, das Jahreshighlight stand im Rallyekalender…..…3….....2….....1….….Schotter!!              Die Internationale Lausitz Rallye in Boxberg. Unser Team ging nun schon zum vierten Mal bei dieser Rallye an den Start. Dieses Jahr mit Steffen als Co, der mit der Lausitz Rallye seine erste große Internationale Veranstaltung mitmachen wird. Aber wie immer, der Reihe nach!

 

Am Mittwoch, den 31.10.2018 trafen wir uns gegen Mittag in der Homebase in Wernsdorf und räumten die halbe Halle in die Transporter & SUV´s, treu dem Motto : Haben ist besser als brauchen! Gegen 14°° Uhr war dann nichts mehr zu verstauen und wir verabschiedeten uns in Richtung Lausitz. Die Anfahrt verlief entspannt und ohne Zwischenfälle. Wir erreichten Boxberg kurz nach 16°° Uhr. Von dort ging es in Richtung Bärwalder See auf einen Campingplatz, direkt am See, der für dieses Jahr als Fahrerlager und Serviceplatz vom Veranstalter angemietet wurde. Optimaler konnte es wohl nicht mehr werden. Wetter, Aussicht, Lage, Strom- & Wasseranschluss…alles Top!

Vorab hatten wir uns mit dem Veranstalter und mit dem Pächter des Campingplatzes in Verbindung gesetzt und den Mittwochabend besprochen. Leider gab es aus rechtlichen und organisatorischen Gründen keine Möglichkeit das Basecamp, wie gewohnt, am Mittwochabend auf zu bauen. Die Tore blieben verschlossen und wir mussten auf dem Parkplatz, vor dem Campingplatz unser Notquartier aufbauen. Langsam aber sicher füllten sich der Vorplatz, der Parkplatz und alle Nebenplätze mit den restlichen Teams. Auch bei den anderen Teams (93 Nennungen) gab es für diese Situation wenig Verständnis. Vor allem wenn man den nächsten Morgen mal durch simulierte:  7:30 Uhr Ausgabe der Bordbücher, 8:00 Uhr Öffnung des Campingplatzes und um 8:30 Uhr Beginn des Recce….das passte nicht zusammen. Aber egal, Heute ist erst einmal Mittwoch und wir hatten Superfood für leckere Burger an Bord. Also, Zelt raus, mitten auf dem Parkplatz aufgeschlagen, die Elise abgeladen, den Trailer zum Stellplatz, frischen Kaffee aufgesetzt und die Torte auf den Tisch….was muss, dass muss! Am Abend warfen wir den Grill an und bastelten uns leckere und saftige Burger mit allem Zipp & Zapp…..mannnn, die sind aber auch immer wieder lecker.

Am Donnerstagmorgen war um 6:00 Uhr wecken und bis 7:30 Uhr der Campabbau geplant. Steffen fuhr als Co rüber nach Boxberg und holte die Bordbücher. Wir stellten in der Zwischenzeit unsere Caravane zusammen und reihten uns in eine endlose Schlange vor dem Tor des Campingplatzes ein. Wir standen so ca. an 12. oder 13. Stelle und warteten geduldig auf den Einlass. Die Zuordnung der Teams auf dem Platz war super organisiert und jeder erhielt seinen persönlichen Scout. So standen wir kurz nach 8:00 Uhr auf unseren vorbestellten Wunschplatz am Ende des Campingplatzes mit einem eigenen Waldstück. Wir und natürlich die beiden Pelze waren begeistert. Super!!

Mittlerweile war es schon nach 8:30 Uhr und die offizielle Zeit für den Aufschrieb hatte begonnen. Wir sortierten die Wohnwagen, die SUV´s und Transporter auf unseren Stellplatz. Dann noch schnell die beiden Zelte, im Team, aufgebaut und schon saßen wir in der Elise und rauschten zur Besichtigung der ersten beiden WP´s der legendären Lausitz Rallye. Es ging auch gleich mit zwei absoluten Krachern los : „Reichwalde“ als WP 5/8 mit 18 WP-Kilometern und danach mit „Sprey“ als WP 7/10 und 16 Wertungskilometern. Für mich waren die Anfahrten und die Streckenverläufe bereits einiger maßen bekannt. Steffen saß in der Elise und konnte sein Glück nicht fassen, Schotter auf super geilen Stecken bis zum Horizont und zurück. Sein Grinsen sagte alles.

Nach den jeweiligen Kontrollfahrten zum Aufschrieb und den Streckenverhältnissen machten wir uns gut gelaunt auf die Rückfahrt zum Basecamp inkl. Tankstopp und Eis am Stiel. Mit dem neuen Fahrerlager lag jetzt alles super zentral und mit kurzen Verbindungsetappen zwischen den WP´s zusammen. Nach kurzem Fahnenappel gab es zum Mittag leckere Gulaschsuppe und wir hatten noch ausreichend Zeit die Beine hoch zu legen. Kurz vor unserer Abfahrt zur Dokumentenabnahme und Technischen Abnahme kam der Rest vom Serviceteam : Sven & Oli. Super Timing!

Die Abnahmen waren zusammengefasst bei der örtlichen Feuerwehr in Boxberg organisiert. Wie immer erst den Papierkram. Ran an die Kasse, Nachweise und Belege sichten, Zahlungen für die Kaution entrichten und fertig. Mit diesen Unterlagen ging es dann zur Dokumentenabnahme. Hier wurde wie gewohnt alles akribisch überprüft, eingesehen und abgehakt. Wir hatten vollständige Unterlagen eingereicht und waren ruckzuck wieder draußen. Wir beklebten die Elise mit den Startnummern und den Sponsorenaufklebern. Steffen holte in der Zwischenzeit den Rallyecomputer von der Firma Rallye Safe. In diesem Jahr haben wir auf das Gebastel auf der Straße im dunklen verzichtet und die erforderlichen Kabelsätze, Stromleitungen, Antennen und GPS-Teile bereits vorab verbaut. Das ersparte uns (vor allem Steffen) einen Haufen Nerven und Zeit vor Ort.  

Die Technische Abnahme erfolgte wie gewohnt in der Halle der Feuerwehr. Am vorderen Tisch wurden die persönlichen Rennutensilien kontrolliert und zwei andere TK´s beschäftigten sich mit den Rallyeboliden. Alles lief super und wir waren ohne Beanstandungen, mit dem Pickerl, wieder auf dem Rückweg in´s Basecamp.

Zurück im Fahrerlager räumten wir das Equipment zusammen, montierten die Lichtanlage für den Service und genossen den Sonnenuntergang. Um 20:15 Uhr war noch die obligatorische Fahrerbesprechung angesetzt. Warum diese im 20 km entfernten Uhyst veranstaltet werden mußte hat sich uns leider nicht erschlossen. Aber was soll´s, diese Veranstaltung ist für alle Teams Pflicht und es wurden ein paar sinnvolle Erklärungen zur Benutzung des Rallyecomputers bekannt gegeben. Nach 15 Minuten war auch diese Veranstaltung Geschichte und wir machten uns auf den Rückweg. Der weitere Abend verlief dann ruhig und alle gingen früh in die Kojen. Es sollte ein spannender & langer Freitag werden!

Am Freitagmorgen, um 6:00 Uhr war wecken angesetzt und ab 7:30 Uhr begann der zweite Teil des Recce. Pünktlich rollten wir kurz nach 7:00 Uhr vom Platz und begannen unseren Aufschrieb mit „Mulkwitz“ als WP 2/4 und 9 WP-Kilometern….eine der beiden Nacht-WP´s von heute Abend. Mulkwitz stand bereits in den vorherigen drei Lausitzzrallyes mit im Streckenplan. Ich habe diese WP noch nie gemocht…...enge Waldpassagen, schmieriger Untergrund und rollende Beläge in Kurven……alles schwer einzuschätzen um daraus einen brauchbaren Aufschrieb zu machen. Steffen merkte nach den ersten Metern sofort was ich am „Eingang“ der WP vorab meinte. Aber egal, das ist halt Rallye. Konzentrieren, Erfahrungen mit einbringen und den Aufschrieb auf den Punkt bringen. Dann nochmal die Kontrollfahrt und es sollte funktionieren…..und das bei zappendusterer Nacht! Von hier ging es dann zurück in Richtung Basecamp. Nur wenige hundert Meter daneben war „Bärwalder See“ als WP 6 / 9 mit knapp 19 Wertungskilometern. Ein langer Rundkurs, mit extra Ausfahrt, der durch den großen Anteil von Asphalt bei vielen Teams umstritten ist. Auf dieser WP ist die komplette Bandbreite von möglichen Untergründen und Streckenverhältnissen enthalten. Von ultra schnellen Waldpassagen, über schmale asphaltierte Radwege, über losen tiefen Sand bis hin zu festen & rollenden Schotter mit voll ausgedrehter Welle bis zu Mickey-Mouse-Kurven-Kombinationen die einem den letzten Nerv rauben. Ich persönlich mag diese WP und den großen Augen und dem Grinsen von Steffen zu urteilen, er auch….und dem war dann auch so! Lieber dreimal Bärwalder See als einmal Mulkwitz…..…es wollte aber keiner tauschen.

Jetzt ging es zum absoluten Highlight der Lausitzrallye, „Arena“ als WP 1 / 3 als 2 Runden + extrem langer Ausfahrt mit etwas über 15 Wertungskilometern und das mitten in der Nacht. Von dieser WP hat die Lausitz ihren legendären und furchteinflößenden Ruf. Zwei Runden auf einer extra hergestellten Rallyestrecke mit allem was einem das Rallyeherz höher schlagen läßt..…aus welchem Grund auch immer. Mickey-Mouse-Kurven, lange schnelle Kurven, Sprünge, Kuppen, Twistys und das alles auf super losem Untergrund, flankiert von halbhohen Erdwällen.  Wer in der letzten Zeit mal DMAX gesehen hat, dort lief die Sendung Devils Race, moderiert von Sophia Thomalla. Die Dreharbeiten haben hier stattgefunden. Es ging um Low Budget Rallyeautos die einen begrenzten Teil der Arena absolvieren mußten. Auf der langen Geraden, mit der Sprungkuppe wurde mit einem Laser gemessen. Die Teilnehmer waren unglaubliche 83 – 98 km/h an diese Stelle schnell!! ….OK, das war Sarkasmus, hier fahren wir zwischen 130 – 140 km/h und das in finsterer Nacht. (die R5-Boliden fahren vermutlich nochmals 20 km/h schneller und lächeln gerade!!)

Zurück vom Recce, bereitete der Service die Elise für die 4 Nacht-WP´s vor. Reifen, Luft, Licht usw. Langsam aber sicher erreichte auch uns das Rallyefieber und wir zogen uns um. Als Startzeit hatten wir mit der Nr. 49 eine 16:41 Uhr auf der Liste. Wir verabschiedeten uns vom gesamten Team, operierten uns in die Elise und standen pünktlich an der Startrampe. Kurzes rüber rollen und ab ging es zur mörderischen Arena. Pünktlich und ohne Verzögerung standen wir am Ziel oder eher in der ausgehobenen Baugrube am Startpunkt. Die 47 Vorausfahrzeuge haben schon ganze Arbeit geleistet. Die Frontkratzer hatten ihre liebe Not aus diesem Kellerloch wieder heraus zu kommen…..und genauso ging die WP weiter. Einschläge, Aufsetzen, Hinundhergeschleuder, Rütteln und Sprünge die die Elise ohne Klagen einsteckte. Nach der Zieldurchfahrt schüttelten wir noch mit dem Kopf und fragten uns ernsthaft, wie auf dieser Strecke noch eine 2. Sektion gefahren werden sollte…..unglaublich. Steffen hatte jetzt als Carchief mal live den ungefilterten Eindruck von der brutalsten Schotterrallye in Deutschland. Leider kann man diese Eindrücke und Erlebnisse an Dritte nicht vermitteln….das glaubt einem sowieso keiner.

Von hier ging es zu meiner Lieblings-WP Mulkwitz. Auch hier war die Strecke schon in einem miserablen Zustand. Wir rollten an den zerfahrenen Start, zählten runter und rammelten durch den Wald bei Mulkwitz.´Auf der Stecke standen bereits ausgefallene Teams und wurden zuverlässig vom Rallyecomputer vorab angezeigt. Einen der größten Vorteile dieses Systems ist, dass man bei der Meldung auch gleich den Status des Teams mit übermittelt bekommt. Somit entfällt das Abbremsen, schauen ob das OK-Schild draußen ist usw. Mit der erfolgreichen Zieldurchfahrt schätzten wir ein, dass die Fahrt nun doch nicht so schlecht war und es ging zum ersten Service ins Fahrerlager.

Nach 30 Minuten Service folgten noch 30 Minuten Regrouping mit anschließendem Tanken. Das Schöne an den internationalen Rallyes ist, dass diese nach FIA-Reglement ablaufen. Damit ist das Tanken mit Kanister immer noch genehmigt. Bei großen DMSB-Rallyes müssten wir mit minderwertigen 98er Sprit von Tanke weiterfahren. Nach dieser Stunde Zwangspause ging es in die zweite Sektion. Wie zu erwarten, war die WP Arena nicht mehr fahrbar. Wir hatten bereits mehr als 30 Minuten Standzeit bei unserer Ankunft, da sich zwei Teams nacheinander in einer Kurve über den Sandwall abgerollt hatten und ein Subaru-Allradteam hatte sich fest gefahren..….fest gefahren !!

Wir rammelten also durch diese Wertungsprüfung und die Elise stöhnte dann doch schon mal so an der einen oder anderen Ecke. Im Großen und Ganzen waren wir im zweiten Durchlauf schneller und kamen ohne Schäden im Ziel an. Von hier ging es zur WP Mulkwitz. Hier ging es mir nur noch um das „Durchrollen“ und den Freitagabend gesund und schadensfrei abzuhaken. Erneut standen mehrere Teams neben den Strecken und waren ausgefallen. Wie in der Lausitz bekannt, trennt sich am Freitagabend bereits die Spreu vom Weizen….klar kann ich solche Sprüche machen, wir sind ja angekommen! Mit dem Tagesergebnis Platz 42 (bei Startnummer 49) waren wir mehr als zufrieden und absolvierten noch den letzten Service des Tages. Dann ging es mit erlaubter Vorzeit in den Park Fermés, wo wir die Elise bei ihren Kumpels zur Übernachtung abstellten. Am Freitagabend kamen dann noch René und Ines mit ihrem Wohnmobil und die Crew war für das Wochenende vollzählig. Wir schlürften noch ein paar genussvolle polnische Dosenbierchen und verabschiedeten uns kurz nach 23:00 Uhr ab in die Kojen.

Am Samstagmorgen konnten wir bis 7:00 Uhr schlafen und vor dem Start noch genussvoll frühstücken. Unser Start war erst für 9:41 Uhr angesetzt. Auch mal nicht schlecht, nur das Warten bis dahin geht auf das Gemüt. Also, die Elise vom Park Fermés abgeholt, kurzen Morgencheck und ab ging es zur Samstag-Rallye mit sechs WP´s in 4 Sektionen. Als erste WP stand Reichwalde auf dem Streckenplan. Eine super schnelle und selektive Wertungsprüfung. Hier ging es komplett durch Hochwälder, präparierten Schotterstrecken und einer nicht zu unterschätzenden Sprungkuppe. Eine wirklich geile und schön zufahrende Prüfung. Wir rauschten fehlerfrei durch und durchfuhren die Ziellinie ohne Schäden. Von hier ging es zum Rundkurs Bärwalder See. Am Start angekommen, fing es etwas an zu regnen….mhh Schotterreifen, kein ABS und Regen! Also den Counter runtergezählt und ab ging die wilde Hatz. Erste Kurve links Zwei, in rechts Zwei, bäämm Einschlag, gleich in der ersten links Kurve. Ein ausgefahrener Stein lag frei in der Kurve und ich nahm das Ding voll mit. Danach stand das Lenkrad schief nach rechts und wir machten uns bereit um rechts ranzufahren und den Schaden zu beheben oder das Rad zu wechseln. Es passierte aber nichts. Die Elise fuhr einfach weiter und ich mußte mich an das schiefe Lenkrad gewöhnen. Das war bei der folgenden Streckenführung, mit einer kilometerlangen Asphaltstrecke etwas gewöhnungsbedürftig. Vor allem dachte ich immer noch, dass wir jeden Augenblick einen  Platten haben mussten….und dann die Stecke mit 160 km/h…..das muss man schon wollen. Aber es lief. Wir rauschten durch und beendeten die WP nicht mit Bestzeit, aber vollständig. Steffen rief beim Service an und bestellte vorab einen linken Dreieckslenker. Bei der Ankunft im Service konnten wir keinen Schaden feststellen. Alles war OK nur das Lenkrad stand schief. Wir entschieden es so zu belassen. Wir machten also 30 Minuten Service und von da ging es für 30 Minuten zum Regrouping.

Nach dem Regrouping ging es zur WP Sprey. Diese begann mit ultra schnellen Streckenführungen auf Schotter und langen Geraden von 500 bis 800 Metern die dann auf links Zwei oder Kehre endeten. Das ist Rallyefahren mit höchstem Anspruch und sau geil! Als Höhepunkt dieser WP wird der Mittelteil über die Arenastrecke, mit nur einer Runde, geführt. Zum Glück wurde vorab die Strecke neu präpariert und geschoben. Es reichte aber trotzdem wieder für unzählige Ausfälle auf diesem Streckenabschnitt. Die Ausfahrt war die gleiche wie bei der Nacht-WP, jetzt nur mit Sicht. Hier geht es auf Streckenabschnitte bis auf 180 km/h hoch und da muss man den Ar….schon etwas zusammenkeifen. Wir rasten durch und kamen schadenfrei zurück zum Service. Hier nochmals 30 Minuten Service und danach 50 Minuten Regrouping mit anschließendem Tanken. Die beiden WP´s Reichwalde und Bärwalder See absolvierten wir fehlerfrei und ohne Schäden….dachten wir. Nöö, war nicht so. Mittlerweile hatte sich die Frontstoßstange böse verformt und die Halterung der Heckstoßstange musste getapt werden. Als Höhepunkt ist der Heckspoiler beim Sprung auf WP Reichwalde in der Mitte durchgebrochen. Es gibt dazu ein schönes Video bei Youtube. Schade, aber bei dieser Beanspruchung hat halt alles mal irgendwann die Halbwertzeit überschritten. Im Service führten Sven und Oli die Arbeiten schnell und routiniert durch. Mittlerweile war es nach 16:00 Uhr und die Rallye hätte damit beendet sein können. Nein, nicht die Lausitz Rallye, hier geht zum Abschluß nochmals zur Nacht-WP Sprey……klar Arena nochmals Nachts….warum nicht!?

Also nach dem Service ein letztes Mal 30 Minuten Regrouping und dann ab zur letzten WP der Rallye. Am Start der WP Sprey stellte ich fest, dass wir kein Licht mehr hatten. Bei der Montage des Lampenbaums war eine Halterung abgebrochen und wurde haltbar aber provisorisch mit Kabelbinder neu befestigt. Dabei wurde so angezogen, dass die vier Scheinwerfer die Strecke nur max. 50 Meter vor uns ausleuchtete….oh man. Die erste Gerade nach dem Ziel war bereits 650m lang in eine links Vier in rechts Drei…..und so kam es, wir rammelten ran, Bremse, nee noch keine Kurve……Gas, Bremse, nee noch zu früh, ah da und rum…..und so ging es leider weiter. In den Mickey-Mouse-Passagen und in der Arena war dieser Nachteil zum Glück zu vernachlässigen. Bei den langen Passagen war das Lebensgefährlich und ich nahm extrem Gas raus. Wir erreichten trotzdem wohl behalten und ohne Schäden das Ziel der letzten WP. Wir brachten noch einen kurzen Kriegsschrei über die Lippen und beglückwünschten uns gegenseitig zur gezeigten Leistung. Steffen war nun auch Mitglied des elitären Lausitz-Rallye-Teilnehmerfeldes. Glückwunsch! Er hat für seine erste Nachtrallye und für drei Tage Rallyeaktion einen super Job gemacht. Langsam aber sicher werde ich auf Schotter auch immer besser und taste mich langsam an die Limits der Strecken und Beläge ran. Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen!

So ging es zurück in´s Fahrerlager wo uns das gesamte Team schon freudig erwartete. Wir schälten uns aus der Elise und umarmten alle vom Team. Ein toller und schöner Augenblick nach einer solchen extremen Veranstaltung. Mit etwas Abstand fragt man sich trotzdem immer wieder, warum macht man das?...... Warum? Weil es einfach nur Geil & Verrückt ist!

Nach 10 Minuten Service und einer gesamten Fahrzeugwäsche rollten wir über die Zielrampe. Weltmeisterschaftlich stiegen wir natürlich auf der Rampe aus, kletterten auf die Zelle und klatschten für ein  Zielfoto ab. Mit einem 36. Platz Gesamt von 87 angetretenen Teams und vollständigen Rallyeboliden können wir mehr als zufrieden sein. Wir knackten dann noch die eine oder andere Dose auf und genossen den sagenumwobenen Spirit-Rallyeeintopf. (Linseneintopf mit der geheimen Zutat). Etwas später als gewohnt, das Adrenalin lies einem nicht so schnell los, ging es dann verdient und erschöpft in die Kojen.

Am Sonntagmorgen war dann um 7:00 Uhr wecken und um 8:00 Uhr lecker Frühstück mit der gesamten Crew angesagt. Das Wetter hatte die letzten vier Tage super gehalten und zog sich jetzt am Sonntag bedenklich zu. So beschleunigten wir ein wenig den Abbau und waren noch vor 10:00 Uhr runter vom Platz und auf dem Weg nach Hause. Die Rückfahrt war bestimmt von unzähligen Sonntagsfahrern und zähflüssigen Verkehr. Wir erreichten ohnen Vorkommnisse die Homebase in Wernsdorf, luden alles aus und verabschiedeten uns in den Sonntagnachmittag.

Resümee:

Mit dieser Rallye beendeten wir gewohnheitsgemäß die laufende Rallyesaison 2018. Hiermit nochmals unseren persönlichen und herzlichen Dank an alle Crewmitglieder, die die Lausitz Rallye 2018 zu einem vollen Erfolg geführt haben. Ohne Euch wären die fünf Tage Rallyewahnsinn nicht möglich gewesen.  Danke!

 

Rückblickend hatten wir ein tolles Rallyejahr mit 11 Veranstaltungen. Die Höhepunkte überwogen zum Glück die dazugehörigen Niederlagen. Leider waren wir über das Jahr nicht in der Lage, den Roadrunner trotz durchgeführter Motorenreparatur, wieder auf die Rallyestrecke zu bringen.  Wir arbeiten daran.

Für das nächste Jahr fallen die Prognosen sehr schwer. Es wird das technische Reglement verändert, es werden Gruppen und Klassen zusammengelegt und es können Reifen ohne E-Kennung gefahren werden usw. Wir wissen zum aktuellen Zeitpunkt nicht, welche Rallyes wir in den Jahresplan aufnehmen werden. Sobald ein Masterplan steht bekommt Ihr Bescheid.