Nr. 40  Spirit – Motorsport bei der Heimrallye in Neuruppin!

25.05.2018

4.  Rallye der Saison 2018, die 19. ADAC Fontane Rallye in Neuruppin mit einer grandiosen TOP-10 Platzierung

Hallo Motorsportbegeisterte, Unterstützer und Freunde von Spirit-Motorsport,

 

gleich am Folgewochenende, nach der Cimbern Rallye, ging es zu unserer Heimrallye nach Neuruppin. Eine interessante & raffinierte Streckenführung mit wechselnden Belägen stand im Lastenheft. Alleine die kurze Anfahrt mit nur 110km wäre schon ausreichend gewesen um teilzunehmen. In den letzten zwei Jahren hatte ich auf WP1 / Kurve 6 so meine persönlichen Differenzen……aber wie immer, der Reiche nach.

 

Am Freitag, den 27.04.2018 ging es gegen 12.30 Uhr ab in Richtung MeckPom. FK1 hatte an diesem Wochenende andere Verpflichtungen und so übernahm Corina die Pelzebetreuung und Steffen den Copilotenjob in der blauen Elise. Um 13.40 Uhr erreichten wir Neuruppin und wir bezogen den bekannten Stellplatz vom letzten Jahr, am Arbeitsamt. Erstaunlicherweise waren noch viele Beamte auf Arbeit….Freitag?....nach 13 Uhr? Kurz nach 14 Uhr war dann der Parkplatz von den zukünftigen Pensionsbeziehern  geräumt und der Zirkus mit den bunten Autos machte sich breit. Ohne unseren Quartiermeister mussten wir erst einmal tief in den Bauch des Wohnwagens eintauchen um alle notwendigen Basiscampmaterialien zu finden. Routiniert und organisiert stand in kürzester Zeit das Camp. Wir schmissen das Aggregat an und Corina zauberte einen leckeren Kaffee, den wir mit frischen Käsekuchen verfeinerten. Spießertum ist doch was tolles……..

Mit 56 Nennungen in der R35-Rallye und eine gute Teilnehmerzahl bei den Histerickern befand sich die Fontane Rallye im allgemeinen Aufwind, der bei allen nationalen Rallyes in Deutschland zu verzeichnen ist. Allen Schwarzmalern zum Trotz muss man fairerweise zu geben, dass mit Mitte des letzten Jahres die Rallyeboliden einen merklichen Schritt nach vorne gemacht haben. Die Fahrzeuge wurden jünger, moderner und die Umbauten professioneller. Nehmen wir mal die CTC als Gruppe mit Ihren Klassen. Vor zwei Jahren spielte diese Gruppe keine nennenswerte Rolle im Starterfeld. Heute…..wenn 8-10 Boliden in der CTC genannt haben, stellen diese in der TOP5-Wertung mind. 3 Plätze und/oder den Gesamtsieger!!  So ändern sich die Zeiten.

Um 17.45 Uhr war die Doku geplant und danach die Technische Abnahme. Wir machten uns mit der Elise gegen 16.15 Uhr auf zum HQ, um in der Schlange nicht die Letzten zu sein. Erstaunlicherweise war überhaupt niemand vor Ort. So warteten wir bis 45 und vollzogen als Erste die Dokuabnahme. Wie immer, ohne Beanstandung. Dann rein in die Elise und einmal, 500m, um den Block zur Technischen Abnahme.  Hier war niemand zu sehen und der Dönermann bot uns erst einmal den Schlüssel für die Werkstatt an, in der die Abnahmen erfolgen sollten. Gegen 18.30 Uhr kam dann der TK und es ging los. Sichtung der Einbauten, der Ausstattung und Pilotenausrüstungen. Dann wurde der Homologationshefter angefordert und die beiden TK´s zogen sich in die Halle zurück. Bücher und Hefter wurden gewälzt und nach einer gefühlten Unendlichkeit bekamen wir den Hefter zurück und das Pickerl auf die Elise….geschafft! Dieses Dokumentengewälze bei der TA war irgendwie befremdlich.

Dann ging es zügig zurück in´s Basiscamp und wir ploppten erst einmal…..ach nee, es gab ja polnisches Dosenbier aus dem Kühlschrank, also knackten wir erst einmal ein paar Dosen auf! Super lecker und schön cool…so muss das!

Danach kramten wir die Grill-Utensilien aus den Bauch des Wohnwagens und schmissen ein paar leckere Fleischdelikatessen auf den Rost. Mit weitern leckeren Bierchen, gutem Rotwein, Salaten und gerösteten Olivenbrot mit Kräuterbutter ließen wir es uns gut gehen.  Das Wetter war für die Jahreszeit extrem mild und mit einer unheimlichen Windstille super entspannt. So endete der Abend relativ früh und wir gingen alle zeitig in´s Bett. Steffen weihte sein neuen 350er-Transporter mit Klappbett ein. Er war schon gespannt wie es sich in der Blechdose so nächtigen wird.

Am Samstagmorgen ging es ausgeschlafen um 7.45 Uhr zur Abholung des Roadbooks und ab auf die Piste. Die WP1 & 4 waren neu im Programm. Irgendwelche Naturschützer hatten ihre Zustimmung für die beliebte Bademeister-WP verwehrt und somit griff der Veranstalter auf eine alte, aber bewehrte Prüfung zurück. Diese führte durch Ortschaften, durch einen Windpark und qualifizierte sich zur entscheidenden WP der Rallye durch seine Länge, den unzähligen Schikanen (je Berührung 30 Sekunden Zeitstrafe) und den mehrfachen Belagswechseln zwischen Asphalt, Platten, Gras und Schotter. Die Wertungsprüfung 2, 5 & 7  „Storbeck“ war mir in böser Erinnerung geblieben. Die berühmte Kurve 6 hatte bei mir irgendwie so ein Eigenleben entwickelt. Zwei Jahre in Folge kam ich nicht rum und vollführte spektakuläre Pirouetten auf dem Nachbaracker. Im letzten Jahr leider mit der Folge des Gesamtausfalls wegen einem gebrochenen Dreieckslenkers. Witziges Detail: dieses Jahr hatten sie das Stahltor offen gelassen……...im letzten Jahr hatte ich mich ja entschieden nicht die Festigkeit des Tores zu testen, sondern durch den Stacheldrahtzaun links daneben zu brettern!

Als weitere bekannte Wertungsprüfung stand wieder der Mickey Mouse Kurs auf dem Busgelände der Ruppiner Verkehrsbetriebe, als WP 3 & 6, drei Runden + Raus auf dem Plan. Immer verbunden mit viele vielen Zuschauern.  

Nach ca. 2 Stunden war der Aufschrieb Geschichte und wir machten uns auf die Rückfahrt zum Basiscamp- Hier wartete Corina schon mit einem reichlich gedeckten Frühstückstisch, frischen Brötchen und leckeren Kaffee. Danach sahen wir die Elise nochmals final durch, senkten den Luftdruck und bereiteten alles so weit vor. Steffen überarbeitete seine Pacenotes und ich betrieb aktive Augenpflege…..bewacht durch Wotan!

Um 11.30 Uhr sattelten wir die blaue Elise und fuhren zum Startpark. Unsere Startzeit wurde auf 12.36 Uhr mit der Startnummer 8 notiert. So konnten wir durch ausreichender Zeit mit befreundeten Teams noch weltpolitische Problem diskutieren und aktiv etwas zum Weltfrieden beitragen. Und dann ging es endlich los, eingereiht in die Startaufstellung, ab zur WP1. Dort angekommen drückte der Planet schon mächtig und wir waren freudig aufgeregt.

Abgestempelt, die Uhr zählt runter, nochmals eine kurze Ansage zur ersten Kurvenkombination und ab ging die blaue Elise…..Rallyetime. Wie zu erwarten war die WP1 mit der Streckenführung und den Belagswechseln wirklich spektakulär. Im Windpark, auf einer ca. 1,5km langen Schotterpassage, bei ca. 140km/h auf losem Untergrund, stand Steffens Familie als Streckenposten. Mit Abschluss der WP1 waren wir schon einmal zufrieden. WP2 lief dann auch erstaunlich gut und Kurve 6 habe ich mit Respekt aber akzeptabel genommen. Mit Beendigung der drei Runden im Mickey Mouse Kurs ging es nach der ersten Sektion zurück in den Parc Fermés zum Regrouping. Corina stand schon aufgeregt bei der Einfahrt und versorgte uns mit kühlen Getränken. Mittlerweile hatte wir kuschlige 37° Celsius im Boliden. Also raus aus der Elise und einmal rum um´s Auto, alles dran, alles ganz…….doch halt!??? Unsere Lufthutze war weg. Irgendwie muss sie sich bei 180km/h und extremer Sonneneinstrahlung verselbstständig haben. Mist, gerade dieses Teil ist als Original-Subaru-WRC-Hutze mit Homologation schwer zu bekommen.

(Nachtrag: Die Lufthutze konnte von aufmerksamen Streckenposten gesichert werden. Der Leiter Streckensicherung hat die Hutze an sich genommen und an Steffen übergeben. Besten Dank!)

Nach 28 Minuten Regrouping ging es auf zur 2. Sektion. Die Elise lief super und wir spielten uns gut ein.  Die Rallye hatte sich schon ihre Tribute geholt und das Fahrerfeld lichtete sich zusehens. Wir starteten zur 2. Sektion schon bereits an dritter Position und lagen auf einem spektakulären 6. Platz gesamt. Naja, nicht zu früh jubeln, Rallye ist eine brutale und gnadenlose Geliebte!!

Wohlbehalten und ohne Schäden spulten wir die 2. Sektion ab und standen zum Finale wieder im 2. Regrouping im Parc Fermés. Als letzte WP (Nr.7) stand nochmals „Storbeck“ auf dem Plan. Also, ein letztes Mal in die Elise gewuchtet, ab nach Storbeck, bam bam bam um die Ecken, durch den Silo und mit 180km/h auf einer langen Asphaltstrecke durch das Ziel ………...damit war die Fontane Rallye 2018 Geschichte und wir waren heile und gesund durchgekommen.

Eine super Rallye mit interessanten Streckenführungen und extrem heißer Wetterlage. Steffen hat einen Superjob  als Co abgeliefert und die blaue Elise hat, als artentfremdeter Asphaltbolide, ihre Sache auch gut hinbekommen, trotz der paar Extrapfunde. Nach ein paar Bierchen und unserem legendären Spirit-Spezial-Eintopf (Linsen mit Grillwurst und Geheimzutat) entspannten wir und werteten den Tag aus. Gegen 19.45 Uhr machten wir uns zur anstehenden Siegerehrung auf. Mit 8 Teilnehmern in der Klasse könnte für uns  als 3. Platzierte eventuell noch ein Pokal mit drin sein..…ist immer so eine Veranstalterentscheidung. Die Ausschreibung schreibt mind. 30% Pokale bezogen auf die Teilnehmerzahl vor. So standen wir in der Teilnehmermeute und jubelten jedem Pokalempfänger zu……bis zur CTC und schau an..…Team Stock/Sitz auf Platz 2 und Pokal..…..das war ja mal eine Überraschung. Artig nach vorne, den Drittplatzierten gratuliert und rauf auf´s 2.Stockerl. Mit Platz 1 komplettierte dann Milde/Wichura noch die CTC-Siegerehrung. Damit war Subaru mit zwei EVO´s auf dem Treppchen. Ergebnis: 9. gesamt von 51 und 2. in der Klasse von 8, da kannste mit einem Schotterauto nicht meckern!! Nach dem wir mit anderen Teams die Rallye noch etwas ausgewertet hatten, machten wir uns gemütlich auf den Rückweg zum Basiscamp. Steffen kam dann auch zeitnah und wir beendeten den Abend zufriedenstellend mit ein paar Bierchen und einem guten Roten.

Der Sonntagmorgen kam leider viel zu früh. Unsere Nachbarn feierten laut grölend bis zum Morgengrauen und die Zeltler diskutierten selbst bei Sonnenaufgang noch über den Atomausstieg. Naja, wir waren ja auch mal jung….!!

Um 8 Uhr trafen wir uns zum Frühstück. Steffen hatte bereits frische Brötchen organisiert, der Kaffee war gerade durchgelaufen und die Eier waren mit 6 Minuten auf den Punkt fertig.….allet jut! Entspannt frühstücken und die Welt mal Welt sein lassen, so muss ein Sonntag beginnen.

Danach ging es zum organisierten Basiscampabbau. Da Bernd in seinem Reich eine klare Platzierung eingeführt hat, war das Tetris spielen im Bauch des Wohnwagens eine lohnende Herausforderung. Nach 1 Stunde war alles wieder verstaut und wir machten uns auf den kurzen Rückweg. Nach 1.15h fuhren wir auf den Hof unserer Homebase in Wernsdorf, luden alles aus, Begrüßten noch meine Eltern, die nach 14 Tagen Kur wieder im Lande waren und um 12 Uhr waren wir wieder zu Hause. Genau die richtige Uhrzeit um auf Red Bull TV die Zusammenfassungen der WRC Argentinien zu schauen…..die können doch alle nicht fahr´n!

Venceremos, Corina + Uwe