Nr. 39  Spirit – Motorsport bei einer Dänischen Rallye in Deutschland !?

25.05.2018

3.  Rallye der Saison 2018, die ADAC Cimbern Rallye in Satrup ….“in Deutschland ganz oben!“

Hallo Motorsportbegeisterte, Unterstützer und Freunde von Spirit-Motorsport,

 

Am 19. April 2018 ging es bereits um 8°° Uhr morgens auf die 500km lange Anfahrt zur Wikinger Rallye in Satrup. Das liegt halt nun mal kurz vor Flensburg. Diese Rallye war im letzten Jahr eine der spektakulärsten Veranstaltung des Jahres. Nicht nur wegen der äußerst anspruchsvollen Streckenführung, der WP-Längen auf Nat.A Niveau sondern auch wegen den Menschen, dem Veranstalter und den Teilnehmern. Aber wie immer der Reihe nach…….

 

Wir starteten gut vorbereitet mit FK1 in Richtung Norden. Für Freitagsverhältnisse war die Autobahn relativ leer und wir kamen gut voran. Immer wenn es in Richtung Norden geht, also Holsten-Rallye, Ostsee-Rallye usw. stoppen wir an der Tanke Neustadt-Glewe und machen dann einen kurzen Abstecher für eine Pause auf dem benachbarten Flugplatz. Das ist mittlerweile schon Tradition geworden.

Entspannt und ohne Vorkommnisse erreichten wir geschlossen unseren Zielort Satrup gegen 14.30 Uhr. Vorab hatten wir mit dem Veranstalter eine geeignete Location für unser Basiscamp abgestimmt. Eine ansässige Eventfirma stellte uns sein Firmengelände für das gesamte Wochenende zur Verfügung. Das Geniale daran war, das wir innerhalb von 1 Minute am HQ, dem Servicepark und dem Parc Fermé/Start waren. Besser konnte es nun nicht laufen….doch. Schon im ersten persönlichen Gespräch mit dem Eigentümer der Firma spürten wir die Gelassenheit, die Erdung und die Lebensfreude der Nordmänner. Das ist auch einer der Hauptgründe warum wir in den letzten Jahren so gerne an der Küste Rallye fahren. OK, genug geschwärmt, immerhin wären wir 2000 fast Hamburger geworden….aber das ist eine andere Geschichte!

Wir wurden also eingewiesen, Strom wurde klar gemacht und der Schlüssel für das Gelände übergeben. So machten wir uns dann auf das Basiscamp aufzubauen und es uns gemütlich zu machen.

Um 16 Uhr ging es dann bereits schon zur Dokumentenabnahme in den Satruper Krug und von dort nur 500 Meter weiter zur Technischen Abnahme. Auch in diesem Jahr, die gleichen entspannten Leute. Alles verlief geordnet, entspannt und ohne Hektik. Zeiten sind hier oben immer nur ein Vorschlag, kommst Du früher oder später, ist das eben auch OK und keiner ist genervt. Die Technische Abnahme verlief sehr gewissenhaft und akribisch. Nach Sichtung und Kontrollen aller relevanten Positionen erhielten wir das wichtige Pickerl

Mit diesem kurzen Abstecher waren wir zeitnah wieder im Basecamp zurück. …..und klar, erst einmal ein kühles Blondes aufploppen. Dann war noch Fahnenappel (wichtig im Ausland) und dann schmissen wir den Grill an. Der Abend war sehr entspannend und das Wetter machte sich bereit für einen grandiosen & ereignisreichen Samstag.

Am nächsten Morgen konnten wir fast Ausschlafen. Es ging erst um 7.30 Uhr zum Recce. Also früh schön gemütlich ein Käffchen gebrüht, den Morgen begrüßt und die blaue Elise gesattelt. Mit mehr als 81 Wertungskilometern stand uns ein Marathon-Aufschrieb bevor. Vorteil dieser Rallye war, dass die WP´s genau hinter einander lagen und die Verbindungsetappen extrem kurz gehalten waren. WP 1-4 Rundkurs & WP 2-5 Start-Ziel waren mit etwas um die 10 Wertungskilometer überschaubar. Interessant war WP 3-6 als Rundkurs mit mehr als 21 WP-Km. Das war mal was….und das bei diesen Streckenverhältnissen. Die Cimbern ist eine extrem schnelle und durch die Hügel sehr anspruchsvolle Rallye. Beim Aufschrieb ging es nur in, in , in, in über, in, über….der Co hat am Ende überhaupt keine sinnvolle Möglichkeit umzublättern. Dazu kommt, dass die Dänen mit Schikanen sehr sparsam umgehen. Eigentlich gab es diese nur bei den beiden Rundkursen als Begrenzer der Rundenzahl und für die Ausfahrt. Ansonsten waren Passagen dabei, auf denen man von einem asphaltierten Betriebsweg vom Feld mit 175 km/h in die Ortschaft reingebrettert kam, dann nach 600m eine rechst 2- (90°) auf eine Landstraße und mit 120 km/h wieder raus aus den Ort, auf einen markanten riesigen Baum drauf zu und dahinter wieder rein in den Wald. Das sollte interessant werden! Nach ca. 2,5 Stunden waren wir mit dem Recce durch und waren zum Frühstück wieder im Basecamp.

Corina machte Ihren Aufschrieb noch bunt und Bernd & Ich streichelten noch ein wenig die Elise.

Um 11 Uhr ging dann der Zirkus endlich los. Den Anfang machte eine Fahrerbesprechung in Dänisch mit deutscher Übersetzung. Schön war auch die Entscheidung zur Tankzone. Weitere Ausführungen möchte ich in diesem Bericht nicht machen, da der Veranstalter im Interesse der Teams und nicht dem DMSB entschieden hatte. Respekt!!

Unsere Startzeit war 12.39 und der Planet drückte schon gewaltig. Es waren pumlige 35°C im Auto, klar mit langer Unterwäsche, feuerfesten Anzug, Kopfhaube, Helm und Handschuhe genau das richtige um nicht in´s Frieren zu kommen.

Die Rallye verlief dann wie im Traum. Die Elise war mit ihrer Untermotorisierung und ihren 200kg mehr auf den Hüften jetzt nicht wirklich konkurrenzfähig, aber dafür waren wir weiß Gott nicht angereist. Vorrangig nutzen wir die Cimbern als Trainingsrallye und nicht zu vergessen…um Spaß zu haben. Die Elise machte gutmütig genau das was ich von ihr wollte und Corina biss sich gewohnt durch den echt komplizierten Aufschrieb….…eine geile Rallye!

Trotz erster spektakulärer Ausfälle (da sind die Dänen Experten drin) verlief die erste Sektion ohne Verzögerung und mit einer perfekten Organisation. Pünktlichst waren wir zum Regrouping wieder in Satrup im Park Ferme´s. Nach ca. 20 Minuten ging es von da auf den benachbarten Serviceplatz. Bernd hatte unser Servicecamp eingerichtet und erwartete uns schon. Da die Elise keinerlei Schwächen zeigte und/oder Wehwehchen hatte, öffneten wir trotzdem die Motor- & Kofferhaube um nicht ganz gegen die betriebsame Hektik im Servicepark zu verstoßen.

So machten wir uns nach 40 Minuten wieder auf in den Startpark und starteten nach einem kurzen Tankstopp in die zweite Sektion.

Gegen 17 Uhr waren wir wohlbehalten und ohne Schäden zurück im Ziel. Wir waren super Happy und waren mit unserer Leistung zufrieden. Corina hat als Co wieder einmal einen super Job gemacht, ich habe zweimal die Spiegel angeklappt und die Elise hat perfekt durchgehalten. Besser hätte es nicht laufen können. Bernd erwartete uns bereits und wir fuhren total fertig, aber glücklich, in´s Basiscamp. Dort eingetroffen….klar ploppten wir ein paar kühle Blonde auf und die Mädels gossen sich ein wenig Rebensaft in die Gläser. So konnten wir auf eine tolle Rallye gesund und munter als Spirit-Team anstoßen. Nach dem wir uns frisch gemacht und umgezogen hatten, bemerkte Corina dass wir eine Zeitstrafe wegen zu Spätkommen´s mit einer Minute erhalten hatten. Die Dänen haben Ihre Zeitkarten mit Durchschlägen ausgestattet. Somit hatten wir alle Zeiten und Eintragungen vorliegen. Sie prüfte nochmals alle Zeiten, die erforderlichen Stempelzeiten und konnte keinen Fehler feststellen. Ich ließ mir das Kartensystem kurz erklären (Fahrer wissen so etwas nicht) und prüft nochmals gegen…richtig, alles korrekt. Also rein in den G und ab zum HQ im Satruper Krug. Dort sprachen wir bei den Zeitprüfern vor und innerhalb von 30 Sekunden war die Zeitstrafe gelöscht. Angeblich ein Auswertungsfehler zwischen einer 0 und einer 6, OK, kann passieren!

Nach dieser Korrektur konnten wir den Abend entspannt angehen. Wie immer und traditionell verpflichtend der legendäre & mystische Spirit-Eintopf mit sagenumwobenen Kräften. Auch diesmal wieder super lecker und nach einem solchen Extremtag genau das richtige um die Lebensgeister wieder auf trapp zu bringen. Um 21.30 Uhr holten wir die Elise von ihren Kumpels aus dem Park Fermés ab und der Abend endete ruhig und relativ früh. Alle waren nach dieser Rallye geschafft.

Am Sonntagmorgen rutschten wir gegen 7 Uhr aus der Koje und starteten bei super Wetter mit einem leckeren Frühstück. Hier lernten wir mal Luftbrötchen kennen. Eine riesen Tüte Brötchen ohne Gewicht!

Dann ging es mit dem Campabbau weiter und gegen 10 Uhr war alles verstaut. Wir bedankten uns nochmals bei unserem Gastgeber und ab ging es in Richtung Heimat. Auch rückzu machten wir wieder auf unserem Lieblingsrastplatz einen kurzen Stopp. Am Sonntag ist das vor allem immer interessant, da dort die Mitglieder Fallschirmsprünge und Kunstflüge durchführen….klar, auch so ein preiswertes Hobby wie Hallenhalma.

Um 16 Uhr waren wir wohlbehalten und geschlossen zurück in der Homebase. Kurz noch alles ausladen, verstauen und ab nach Hause. Die Cimbern 2018 war damit Geschichte!

Resümee:

Die Cimbern Rallye ist eine unvergleichliche Rallye mit einem extrem hohen Anspruch. Jedes Rallyeteam, dass schon ein paar Jahre Erfahrung hat, würde ich immer empfehlen die Cimbern als Trainingsrallye zu fahren. Hier geht man mit allem was man hat an die Grenzen. Dazu kommt, dass die Dänen als Veranstalter super entspannt und sehr gut organisiert sind. Ich würde mich freuen, wenn der Eine oder Andere im nächsten Jahr uns begleiten würde.

Danke auch nochmals an FK1 die als Spirit-Crew den Erfolg der Rallye aktiv mitgestaltet haben, Danke!!

 

P.S. nächste Woche, 27.04.18, geht es zur Heim-Veranstaltung = die Fontane Rallye in Neuruppin, hier wird Steffen mal wieder Copilot sein

Venceremos, Corina + Uwe