Nr. 38  Spirit – Motorsport in Sachsen-Anhalt an der Elbe

06.04.2018

2.  Rallye der Saison 2018, die 55. ADMV Rallye Lutherstadt Wittenberg

Hallo Motorsportbegeisterte, Unterstützer und Freunde von Spirit-Motorsport,

 

am 24. März 2018 stand die legendäre und brutale Schotterrallye „Wittenberg“ im Kalender. Wie der aufmerksame Leser natürlich sofort aus seiner statistischen Wissensschublade heraus kramt, die aller erste Rallye für das Spirit-Team „März 2015“ und damit ein Muss für die Teilnahme. Vorabberichte von einheimischen Teams, über die Streckenverhältnisse, versprachen für dieses Jahr nichts Gutes…….aber, wie immer der Reihe nach!

 

Am Freitag, den 23. März 2018 starteten wir mit FK1 gegen 13 Uhr von der Homebase in Richtung Wittenberg. Mit ca. 120km Anfahrt eine Rallye der Kategorie „Heimrallye“. Dem entsprechend standen auch wieder alle bekannten Teams und die üblichen Verdächtigen in der Startliste. Pünktlich und ohne Vorkommnisse trafen wir auf dem Trailerparkplatz, direkt an der Elbe gelegen, ein. Steffen, der erneut als Co-Pilot, bei der Histo startet, wartete schon auf uns. Der Aufbau des Basecamp´s funktioniert trotz Winterpause hervorragend und wir hatten dank aktualisierter Checklisten wieder alles eingepackt und mitgenommen.  Also, Aggregat angeschmissen, Kaffeemaschine an und die Geburtstagstorte auf den Tisch.

Pünktlich ging es dann in die Altstadt zur Dokumentenabnahme in der Exerzierhalle. Wie gewohnt wurde sich vom Veranstalter strickt an die ausgegebene Zeit gehalten und die Abnahme erfolgte pünktlich um 17.45 Uhr. Genau zum perfekten Zeitpunkt traf auch Sven (EVO-Team Senglaub/Eschenhorn) zur Abnahme ein und der Spaß konnte losgehen. Strategisch geschickt hatten wir uns am Anfang der  Doku positioniert und waren mit vollständigen Unterlagen ruckzuck durch. Als letztes noch die „Tüte“ gecheckt und ab zur technischen Abnahme.

Hier beklebten wir die Elise mit den Startnummern, dem Rallyeschild und den Sponsorenaufklebern. Nach einer Verzögerung von ca. 10 Minuten starteten wir als Erste die technische Abnahme. Mit „6“ TK´s war die Abnahmehalle gut gefüllt und wir machten uns auf das gewohnte Tänzchen bereit. Unterlagen raus, Klappen und Türen auf, Klamotten und Helme raus. Alles lief sehr geordnet, gewissenhaft und genau. Nach ca. 10 Minuten waren wir durch und das Pickerl auf der Elise. Die Rallye konnte kommen!

Auch Steffen war mit seinem Fahrer und dem Histo-Golf zeitnah bei der Abnahme und alles lief nach Plan.

In verdächtiger Rekordzeit waren wir wieder im Basecamp zurück, ploppten ein paar Bierchen auf, öffneten den Rotwein und schmissen den Grill an…..Saisoneröffnung !! Super lecker und gemütlich genossen wir die Grillspezialitäten und ließen den Abend ohne Hektik und Stress ausklingen.  Je später der Abend wurde, umso voller wurde unser Basecamp. Da wir eins der wenigen Teams mit Basecamp sind, wurden wir von befreundeten Teams gefragt, ob Ihre Boliden bei uns übernachten könnten. Somit hatten wir zu später Stunde 2 Subaru und jeweils ein BMW, Golf und EVO auf dem Platz. Ein schönes Bild.

Am nächsten Morgen klingelte um 6 Uhr der Wecker und es war Rallyetime! Das Wetter hatte sich nicht wirklich verbessert und am Morgen hatten wir mit Minusgraden zu kämpfen. Pünktlich sprangen wir in die Elise und machten uns zum Recce auf den Weg. Die Strecken waren aus den letzten Jahren bereits bekannt. , außer das eine WP bei dieser Rallye mal anders herum gefahren wird. Klingt vermutlich langweilig, ist aber damit eine komplett neue WP und muss auch neu „erfahren“ werden. Die Streckenverhältnisse waren unglaublich. Durch den Schneefall und Frost der letzten Wochen und dem darauf einsetzenden Tauwetter war von der gewohnten Strecke nicht mehr viel vorhanden.

 

Die Strecke startete im Schlamm, dann rutschte man auf der gesamten Strecke durch den Schlamm und erreichte irgendwann das schlammige Ziel.  Der Aufschrieb gestaltete sich dem entsprechend aufwendig und kompliziert. Mit dem zweiten mal abfahren teste ich die eine oder andere Kurve an und rutschte einfach nur gerade aus……..im etwas erhöhten Trainingstempo…..echt gruselig!!

Nach ca. 2 Stunden trafen wir mit einer dreckigen Elise wieder im Basecamp ein und werteten die Strecke entsprechend aus. Wir beschlossen erst einmal zu Frühstücken und nach einem frischen Käffchen sieht eh immer alles ein wenig anders aus. So, wie Käse alles besser macht, macht Kaffee alles etwas entschleunigter! Mittlerweile waren auch Sven & Lydia vom Aufschrieb zurück und teilten unsere Einschätzung zur Strecke. Es geht nur um Ankommen, also langsam durch und nicht anecken oder einschlagen. Auch andere Teams suchten bei uns noch das Gespräch und rätselten gleichfalls zur richtigen Strategie, dieser Strecke entgegen treten zu können.  Bernd reinigte in der Zwischenzeit die Elise und nach kurzer Lagebesprechung einigte ich mich mit meinem Car Chief auf den geeigneten Luftdruck. Ready to Race!

Somit kommen wir zum unangenehmen Teil dieser Rallye und zu der vermutlich kontrovers zu diskutierenden Entscheidung seit dem wir Rallye fahren: Wir sagten unseren Start bei der Rallye Wittenberg ab!

 

Allen Unkenrufen vorab mitgeteilt, es war eine Teamentscheidung.  Wir besprachen diese Möglichkeit erst intern im Fahrerteam und dann mit FK1. Steffen mussten wir mit dieser Fragestellung nicht unnötig belasten, da er als Copilot bei der Histo auf einem anderen Fahrzeug an den Start gegangen ist. Zu diesem Zeitpunkt der Entscheidung war er schon unterwegs. Die Entscheidung fiel also im Team einstimmig und ohne Wehmut.

Ich habe lange überlegt, ob ich die finalen Entscheidungsgründe in diesem Bericht erläutern soll oder muss. Die Entscheidung lautet „nein“. Es erfolgt keine Rechtfertigung oder gar ein Erklärungsversuch.

 

Somit zogen wir uns wieder um und planten den Samstag neu. Wir entschieden uns zur WP1 zu fahren und an der Spitzkehre dem Treiben als Zuschauer beizuwohnen. Gesagt getan. Bernd, Jana und ich sprangen in den G und fuhren zur Strecke. Corina und die Pelze bewachten das Basecamp.

Wie zu erwarten war, glich die Strecke einer Schlickrutsche. Verbremser, Ausflüge in den Wald und auf den Acker waren „normal“. Nach dem 4 Allradler in Folge nicht um die Spitzkehre kamen und jeweils mit dem Rückwärtsgang zurücksetzen mussten, war es dann auch nicht mehr witzig. Glücklicherweise war mit der Taktik „durchkommen“ keiner eingeschlagen und auf WP1 waren an diesem Abschnitt keine Verluste zu verzeichnen.

Ein anderes Bild zeigte sich, als wir ins Basecamp am Nachmittag zurückkamen. Der Trailerparkplatz hatte sich schon merklich gelichtet. Auch bekannte Teams waren mit technischem Defekt oder beschädigten Boliden ausgefallen und wieder auf dem Platz. Mit einer Ausfallrate von knapp 50% und einer unbekannten Anzahl beschädigter Boliden die das Ziel erreichten, machte die Wittenberg 2018 ihren Ruf alle Ehre.

Am Abend trafen dann glücklich und wohlbehalten Steffen, Sven und Lydia im Basecamp ein. Wir setzten unseren legendären und sagenumwobenen Spirit-Eintopf auf und verfeinerten diesen mit den geheim gehaltenen Zutaten.

Wie immer, genau das Richtige und sau lecker.

Am Sonntagmorgen starteten wir bei herrlichem Wetter und frischen Brötchen, mit einem entspannten & leckeren Frühstück. Der Abbau des Basecam´s  verlief organisiert und gegen 10 Uhr knatterten wir vom Platz. Die Wittenberg 2018 war somit Geschichte. Gegen Mittag trafen wir, ohne Vorkommnisse und bei ruhigem Sonntagsverkehr, in der Homebase in Wernsdorf ein. Wir luden noch alles aus und ab ging es in den Sonntagnachmittag.

Resümee:

Dem Umstand geschuldet, dass der Roadrunner zurzeit am offenen Herzen operiert wird und für eine nicht kalkulierbare Zeit mit anschließender Reha (Mapping) ausfällt, haben wir uns gegen einen Start bei der Wittenberg 2018 entschieden. Ob wir im nächsten Jahr antreten, können und wollen wir heute noch nicht beantworten.

Jetzt bereiten wir uns auf die kommende Wikinger Rallye (National A) mit den verrückten Dänen in Satrup und der darauffolgenden Fontanerallye in Neuruppin vor.

 

Venceremos, Corina + Uwe

Hier noch ein Bilder, die es nicht in Bericht geschafft haben: