23.05.2015

5. Fürstenzell !!.

Der Wetterbericht hatte bereits seit vier Tagen Dauerregen für die Veranstaltungsregion aufgerufen und selbst der Veranstalter hat per Facebook seine Bemühungen zur Durchführung der Rallye kund getan. Wir waren gespannt! Kurz vor dem Ziel, man konnte es kaum glauben, verdunkelte sich der Freitags-Nachmittags- Himmel und blieb bis zur Abfahrt am Sonntag-Morgen so mies drauf. Die Anfahrt verlief ohne Zwischenfälle. Wir sind vollständig und ohne technische Probleme in Aldersbach angekommen. Das Rallyezentrum wurde auf dem Gelände der Privatbrauerei Aldersbach eingerichtet. Somit hatten wir im Umkreis von 100m alles, was sonst per Achse abgefahren werden mußte.  Stellplatz, Trailerplatz, Parc Ferme, technische Abnahme und Rallyebüro – coole Sache!

 

Also, Abladen, Einrichten und ab zur technischen Abnahme.

SPIRIT – Motorsport weiter auf Erfolgskurs !

……technische Abnahme ! Das war hier mal ein High-Light. Der junge TK hat seinen Job sehr ernst genommen und war sehr sehr korrekt. Wir hatten aber alle Nachweise, Homologationsblätter und Zertifikate mit. Mich haben die TK´s beim Abstempeln der Reifenkarte voll auflaufen lassen. Beide TK´s bestätigten mir, dass wir mit den aufgezogenen Schotterreifen nicht fahren können, da diese nicht eingetragen sind. Das konnte eigentlich nicht sein, da ich genau diese zur TÜV-Abnahme und KFP-Ausstellung drauf hatte. Aber wir alle sind ja nur Menschen. Also überprüfte ich nochmals alle Unterlagen und konnte keinen Fehler entdecken. Irgendwann haben die TK´s Mitgleid mit mir gehabt und auf den Schreibfehler bei der Reifendimension 205 und nicht 215 auf der Reifenkarte hingewiesen !! Man, Man, Man…das brauchst du bei dem Streß! Jürgen & Gordon absolvierten als Rallye-Routiniers ihre Abnahme wie gewohnt ohne Vorkommnisse und Vorbildlich.

SPIRIT – Motorsport weiter auf Erfolgskurs !    

Am Samstagmorgen holten wir gegen 8.00 Uhr unser Bordbuch und starteten zum Aufschrieb. Aus den Videos auf YouTube wußten wir ungefähr was uns erwartete, aber die Realität ist nicht zu toppen. Uns erwarteten verschlungene Waldwege mit null Auslaufzonen und ausgefahrenen Spurrillen……..und das alles bei Regen! Die Zusätze : no Cut, schmiert und rutscht konnte man entweder an jede Kurve schreiben oder einfach weglassen im Aufschrieb. Jeder Aufschrieb- & Fahrfehler und jeder technische Defekt würde bei dieser Wegführung zu einem kollateralen Blechschaden oder schlimmeren führen. Am Schluss kamen wir zur WP6 in die Kiesgrube. Darauf freuten wir uns, wurden aber gleichfalls einem besseren belehrt. Alle Kies- & Sandwege waren durch den tagelangen Dauerregen nicht nur aufgeweicht, sondern standen teilweise unter Wasser.

 

Wir hoffen die Bilder und Kommentare konnten unser Erlebnis im nichtdeutschsprachigen Ausland für Euch nachvollziehbar rüber bringen!? Als nächstes steht der Rallyesprint auf dem Teterower Bergring am 27. Juni 2015 an. Bis dahin müssen wir noch ein neues Getriebe, das neue Fahrwerk und wenn wir noch Zeit haben den neuen größeren Turbolader einbauen. Das wird noch richtig spannend.

 

Venceremos, Corina + Uwe

Um 12.01 Uhr erfolgte der Start zur 14. Emmersdorf ADAC Rallye mit 77 Teams. Der Startabstand wurde in der Ausschreibung mit 2 Minuten festgelegt. Da wir die Startnummer 72 hatten konnten wir erst mehr als zweieinhalb Stunden später starten. Da braucht´s Nerven. Wie bereits im Aufschrieb festgestellt, wurden die Streckenverhältnisse durch das mehrmalige Befahren natürlich nicht besser. Gleich in den ersten WP´s schmissen mehrere Teams ihre Autos in den Wald.  Das hatte für uns „Spätstartenden“ die Konsequenz, dass durch die Bergungen der Autowracks immense Wartezeiten entstanden. 1.WP = 10 Minuten, 2.WP = 20 Minuten und bei der 3.WP waren es erneut 15 Minuten zur regulären Startzeit. Nach dem Regrouping ging es zu den WP´s 4-6. Bei WP 4 angekommen, wurde das Rennen nach einer erneuten Wartezeit von 20 Minuten komplett abgebrochen. Sage und Schreibe sechs Teams hatten bis dahin an ein und dem selben Waldabschnitt Ihre Boliden in den Wald gepfeffert. Diese Bergungsverzögerungen und die nicht mehr kalkulierbaren Streckenverhättnisse haben die Rennleitung zu einem WP-Abruch bewegt.

 

Jürgen & Gordon wurden noch gewertet und bei uns wurde eine Zeit festgelegt. In der WP5 hatte wir dann ein Erlebnis der besonderen Art. Der Start begann auf Asphalt, natürlich nass, und führte mit zwei langen links rechts Kurvenkombinationen auf eine 90° links Kurve. Also, Dampf auf die Kette und ran an die 90° Kurve im Fünften, runter Schalten in den 4, 3 und 2 Gang. Motorbremse und mit dem 2. Gang rum um´s Eck. Was passiert wenn aber kein 2.Gang und Motorbremse zur Verfügung stehen, könnt Ihr im Viedeo ab der Minute 4.07 sehen ! Danach rührte ich noch ein wenig in der Schaltbox und stellte fest, dass wir das Zahnrad vom 2.Gang beim Anbremsvorgang und Runterschalten zerstört hatten. Der Rest funktionierte erstaunlicherweise noch. Damit ging es in dieser WP und in der 6.WP nur noch mit dem 1. und 3. Gang weiter. Gerade in der Kiesgrube eine hilfloses Unterfangen. Aber was soll´s, wir sind durchgekommen, wir haben gepunktet und sind  selbst mit diesem technischen Handicap bei weitem nicht Letzter geworden.

Somit erreichten beide Spirit-Motorsport-Teams vollständig und ohne sichtbare Kampfspuren das ersehnte und nasse Ziel in Aldersbach. Diese Rallye war eine wirklich unbeschreibliche Erfahrung und wir waren und sind uns heute noch einig, dass sich die lange An- & Abfahrt absolut gelohnt hat. Abschließend ist erfreulicherweise zu berichten, dass Jürgen & Gordon den 5. Platz in ihrer Klasse erreichten und durch die hohe Teilnehmerzahl in dieser Klasse einen Pokal mit nach Hause nehmen konnten. Wir schlossen die Rallye mit einem 6. Platz in unserer Klasse ab. Von den 77 gestarteten Teams erreichten nur 58 das Ziel.

Resümuee:

Für uns war der Aufschrieb mit den unzähligen Kurvenkombinationen in den Wäldern sehr lehrreich, die Zeitkarten waren erneut anders vorgedruckt wie gewohnt und die Wetterverhältnisse waren auch mal neu, also alles in allem ein gelungenes Pfingstwochenende mit Pokalen, neuen Erfahrungen und Punkten im SchotterCup. Wir genossen am Samstagabend noch das bayrische Aldersbacher Bier und den reichhaltigen Inhalt unseres Kühlschrankes. Am Sonntagmorgen luden wir die blaue Elise auf und ab ging es dann entspannt um 9.00 Uhr in Richtung Heimat.