Nr. 27 Spirit – Motorsport in der Lutherstadt Wittenberg

1. Rallye der Saison 2017, die 54. ADMV Rallye Wittenberg Lutherstadt

 

Hallo Motorsportbegeisterte, Unterstützer und Freunde von Spirit-Motorsport,

es geht also wieder los. Nach nun mehr knappen 5 Monaten Winterpause ging es endlich wieder auf Tour…..und das mit einem Schotter-Knaller als Jahreshighlight im Rallyekalender. Die materialmordende & schonungslose Rallye Wittenberg. Jedes Jahr werden auf dieser ersten Rallye des Jahres automobile Träume gnadenlos zerstört, beschädigt oder einfach weggeschmissen, die monatelang mit Blut, Schweiß & Tränen in kalten dunklen Garagen zusammen geschraubt wurden. Aber wie immer, der Reihe nach!

In den Wintermonaten haben wir beide Boliden auf Vordermann gebracht: die Fahrwerke, Antriebe, Getriebe, Verschleißteile und Flüssigkeiten erneuert, ausgewechselt und revidiert sowie für die Elise den KFP verlängert und für den Roadrunner einen KFP erstellt.

Somit konnten wir auf den alten Lateinerspruch zurückgreifen : amat victoria curam!….und wir waren vorbereitet.

Am Freitag, den 24.03.2017 gegen 14 Uhr ging es auf nach Wittenberg. Als erste Rallye des Jahres war unsere Spirit-Crew natürlich vollzählig mit an Bord. Das Wetter schmiss sich mächtig in´s Zeug und der Planet brannte vom Himmel. Für März und der Rallye Wittenberg nicht unbedingt zu erwarten. Hier waren wir auch schon bei miesen Wetter mit Regen, Schnee und kalten Temperaturen im Dunkeln unterwegs.

Wir erreichten unseren Stellplatz ohne Zwischenfälle gegen 16 Uhr und bauten routiniert unser Basiscamp auf. Trotz fünf monatiger Zwangspause saßen alle Handgriffe noch perfekt. Pünktlich ritten wir mit der blauen Elise vom Hof und rüber in das nahe gelegene Rallyehauptquartier, im Stadtkern von Wittenberg, in der Exerzierhalle. Die Dokuabnahme verlief gewohnt stressfrei und somit waren wir ruckzug auf dem Weg zur technischen Abnahme.

09.04.2017

Die TA verlief gleichfalls ohne Beanstandungen. Alles war da wo es sein sollte, alles war dran was dran sein soll und alles hatte seine Daseinsberechtigung um am Samstag durch den Wald gefeuert zu werden. Schade war nur, dass im Vorfeld ein riesiger Hype zum Thema KFP veranstaltet wurde und niemanden dieses Dokument bei der Abnahme interessierte. OK, es steht auch nichts anderes darin, was nicht in der Zulassung steht…..alles doch nur Abzocke vom DMSB ? Sollten die Skeptiker am Ende recht gehabt haben…? Naja, wir sind ja dieses Jahr live bei und werden noch die eine und andere Überraschung zum Thema und zur Gruppe CTC erleben, versprochen!

In lichtartiger Geschwindigkeit waren wir zurück im Basiscamp, entfachten den Grill, öffneten eine Flasche Wein und….und? und ploppten natürlich ein paar Bier auf. Bernd´s berühmt berüchtigte „Mischkiste“, mit den Schätzen deutscher Brautradition.

 

Am Samstagmorgen klingelte dann wie gewohnt der Wecker gegen 5.30 Uhr. Wie bereits mehrfach zitiert, Rallye ist nichts für Schlafmützen, Tagediebe und Nachtmenschen. „Der frühe Bleifuß verbeult die Stoßstange!“ Das war so, ist so und wie es aussieht wird es vermutlich auch so bleiben. Selbst ein Walter Röhrl ist vor der Rallye grundsätzlich um 21.30 Uhr schlafen gegangen. Was für ein Vorbild! Um 7.30 Uhr gab es die Bordbücher und ab ging es in den wunderschönen Fläming mit wolkenlosen Sonnenschein.

Leider fiel ein Großteil der bekannten Streckenführungen dem Rotstift zum Opfer. Die Veranstalter entschieden sich wegen der unkalkulierbaren Situation mit den KFP-Beantragungen und dem Wegfall der Gruppe H für eine 35er Rallye. Es wurden also nur zwei verschiedene WP´s ausgeschrieben, die dann in zwei Sektionen jeweils einmal durchfahren werden. Der Vorteil war natürlich, dass damit die Einzel-WP´s etwas länger waren und man in den Flow der Strecke kam. Der Aufschrieb erfolgte wieder gewissenhaft und etwas ausgefeilter als im letzten Jahr. Wir hatten uns vorab auf YouTube mehrere Onboards angesehen und die eine oder andere Idee übernommen. Nach ca. 2 Stunden waren wir mit der brutalen Panzerstrecke fertig und fuhren zurück zum Basiscamp. Hier konnten wir noch etwas entspannen, frühstücken, Käffchen schlürfen und die Füße hochlegen. Der technische Support und sein Schmiernippel überprüften nochmals die blaue Elise und gaben den Boliden für die Rallye frei.

Um 12 Uhr rollten wir in den Startpark und um 12.45 Uhr erfolgte für uns der reguläre Start. Vorab gab es wie immer bei der Wittenberg einen Showstart auf dem Marktplatz der Altstadt. Sprecher, Zuschauer, Fans, Torbogen und Kommentatoren die die Teams vorstellten, eben wie bei einer Rallye die Ihr aus dem TV kennt.....nur besser !!

Die erste Sektion verlief erfreulich gut. Auf der ersten WP platzierten wir uns sofort in den TOP10 und beendeten die 2.WP mit einem respektablen 13. Platz. Als Sammelpunkt zwischen den beiden Sektionen, zum Durchzählen der verbliebenen Verrückten, war dieses Mal das Rallyehauptquartier ausgeschrieben. Sonst war diese Zwangspause auf einem LPG-Betriebshof im Nirgendwo. Damit war unsere Crew vollzählig vor Ort und wir konnten mal unter die Elise schau´n. Ein unschönes böses Klappergeräusch beim Schalten am Getriebe war auf der Rallye nicht zu überhören. Wir fanden aber nichts. Alles war dran und fest. Also, was macht ein erfahrener Rallyefahrer in diesem Fall, er ignoriert die Situation. So lange das Ding fährt, ist alles OK!

Nach 45 Minuten ging´s wieder los, zur zweiten Sektion. Leider wurden wir mitten auf der WP3 durch Zuschauer gezwungen anzuhalten. Es wurde gerade die Nr. 33 aus dem Graben geschoben. Somit verloren wir wertvolle Zeit und irgendwie war ich nach dem Thema raus. Die Zeiten der beiden WP´s waren dem entsprechend und wir fielen auf den 18. Platz gesamt zurück. Die Strecke war Wittenbergtypisch mörderisch brutal und holte sich von Kilometer zu Kilometer seinen Tribut. Der absolute Höhepunkt von rallyehirnlosen Losschroten war der Start an WP1. Nach ca. 150-200m kam eine hohe Querkante aus Beton. An diesem Punkt war man so bei 90 – 100km/h. Jeder „normale“ Autofahrer würde jetzt runter bremsen und in Schrittgeschwindigkeit, betend über die diese Kante schleichen. Nicht so die Rallyefahrer. Es gibt dazu schöne & spektakuläre Videos auf YouTube.  

Unsere blaue Elise hielt allem Stand und ohne Radwechsel erreichten wir das Ziel. Alfred wartete schon mit dem Mikro und stellte noch ein paar Fragen zur Strecke und zur Empfindung. Zur glücklichen Ziellinienüberfahrt gab es noch zwei Flaschen Bier vom Veranstalter. Steffen stand schon mit dem G-Taxi bereit und wir fuhren glücklich & gesund zurück in´s Basiscamp.

Zurück im Basiscamp wurden wir schon vom Rest der Crew erwartet. Ein paar herzliche Umarmungen, ein kurzes Durchatmen und wir realisierten den erfolgreichen Abschluss der Rallye Wittenberg. Es war mittlerweile unsere dritte Rallye in Wittenberg und wieder einmal war diese spektakulär und anspruchsvoll zu fahren. Eine Herausforderung für Mensch und Maschine. Wir ploppten also ein paar Bier auf, zogen uns um, ploppten noch ein paar Bier auf und genossen einen kulinarischen Linseneintopf mit Rindfleischwürstcheneinlage. Danach kopierte ich die Filmchen und wir schauten uns die „Schlacht im Fläming“ als Onboards auf dem Lappi an.

Am Sonntagmorgen trafen wir uns alle zum gemütlichen Frühstück, schlürften genüsslich ein paar Käffchen und werteten noch ein paar Anekdoten des Vortages aus. Mittlerweile gab es so den einen und anderen Film und Bilder auf Facebook, die so manche Geschichte jetzt auch bildlich hinterlegte. Entspannt und gut organisiert bauten wir dann unser Basiscamp ab, verstauten alles ordnungsgemäß und verließen gegen 10.30 Uhr die schöne Lutherstadt. Ohne Vorkommnisse aber mit mächtig viel Sonntagsverkehr waren wir gegen Mittag zurück in der Homebase in Wernsdorf.

Resümee:

Wittenberg beleibt Wittenberg, ob als 70er oder 35er ! Die Strecken und Verhältnisse sind einzigartig und machen diese Rallye am Jahresanfang immer zu einem besonderen Ereignis. Bei dieser Veranstaltung kann man sich selbst überprüfen und die geleistete Arbeit der Wintermonate bewerten. Einen besseren Test für die anstehende Rallyesaison gibt es nicht. Hoffentlich wird die Tradition dieser Rallye weiterhin aufrechterhalten. Wir sind im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder mit dabei.

Am nächsten Wochenende geht es zur legendären „Erze“ nach Stollberg mit dem Roadrunner und der kompletten Spirit-Crew. Die Highspeedachterbahn durch die erzgebirgischen Wälder, Täler und Berge.

 

Venceremos, Corina + Uwe